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Identitätsstiftend, familienfreundlich, interaktiv: ReMO präsentiert sich mit neuem Konzept und neuer Satzung

Neue Dauerausstellung präsentiert kulturgeschichtliches Erbe Oberhavels / Eröffnung abhängig von Beschränkungen aufgrund der Coronapandemie / ReMO erhält erste eigene Satzung: Einzel- und Kombitickets erhältlich

ReMO: Museumstechniker Torsten Milkert beim Einbau eines Touchscreens.

© Landkreis Oberhavel

Touchscreen-Elemente, Hörstationen, Filmbeiträge und Spielecken – all das installieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ReMO – Regionalmuseum Oberhavel derzeit im Südflügel des Oranienburger Schlosses. Denn das Museumsteam hat die Ausstellung des ehemaligen Kreismuseums völlig neu konzipiert. Für einen Umbau schloss das Museum bereits im Herbst 2018 seine Pforten. Bauarbeiten zur Dach- und Deckensanierung im Schloss Oranienburg aufgrund von Rissen in Decken und Wänden verzögerten die Wiedereröffnung. Im Dezember 2020, nach dem Abschluss der Bauarbeiten, hatte die Stadt Oranienburg die Räumlichkeiten an den Landkreis übergeben. Seitdem arbeitet das Musemsteam mit Hochdruck an der Wiederöffnung des ReMO.

Derzeit erfolgen umfangreiche Umbau-, Einbau- und Herrichtungsmaßnahmen für die neue Ausstellung. Noch stehen auch die coronabedingten Einschränkungen der Durchführung von museumspädagogischen Angeboten – wie dem seit dem Frühjahr 2019 an den Start gebrachten und heute inzwischen gut etablierten ReMObil – sowie der Öffnung des Museums entgegen. Doch schon bald, so die Hoffnung des Museumsteams, können Besucherinnen und Besucher in einer interaktiven Zeitreise „Geschichte(n) entlang der Havel“ aus der Region Oberhavel erfahren und erleben.

„Dabei haben wir neben den klassischen Museumsbesuchern insbesondere auch neue Zielgruppen im Blick: Oberhaveler Familien, Schulklassen und Kitagruppen sollen in den neuen Ausstellungsräumen auf ihre Kosten kommen“, blickt Matthias Rink, der für das Museum zuständige Dezernent voraus: „Neben interaktiven Ausstellungselementen, mit denen alle Sinne angesprochen werden, wird auch unser Museumsmaskottchen Mausfried von der Havel beim Entdecken der Ausstellung immer wieder präsent sein.“

Neue Dauerausstellung präsentiert kulturgeschichtliches Erbe Oberhavels

ReMO: Blick in einen Ausstellungsraum.

© Landkreis Oberhavel

In der neu gestalteten Ausstellung wird das vielfältige kulturgeschichtliche Erbe der Region interessant aufbereitet und stärker als bisher die Geschichte der gesamten Region des heutigen Landkreises beleuchtet. Auf diese Weise sollen die Besucher die geschichtliche und kulturhistorische Entwicklung der Region nachvollziehen und ihre Besonderheiten kennenlernen. Das Gemälde „Allegorie auf die Gründung von Oranienburg“, das bedeutendste Sammlungsstück des ReMO, wird dabei Hauptexponat der Dauerausstellung sein. Der Kreistag Oberhavel hatte dem dafür notwenigen Umzug des Gemäldes, der aufgrund der Coronapandemie und der damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen verschoben werden musste, bereits 2018 ein positives Votum gegeben.

Bis zur Wiedereröffnung des ReMO wird neben der Fertigstellung der Ausstellung eine eigene Website für das Museum erstellt. Außerdem soll die Einrichtung eine rechtliche Legitimation erhalten: Die erste eigene Satzung für das Regionalmuseum – zuvor war die Verwaltungsgebührensatzung des Landkreises ausschlaggebend – wird am Montag, 22.02.2021 erstmals im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport beraten. Dem Kreistag wird die Satzung am 10.03.2021 zum Beschluss vorliegen.

Eintrittspreise und Ermäßigungen für Museumsbesuch

ReMO: Blick in einen Ausstellungsraum.

© Landkreis Oberhavel

Die Satzung, die zum 01.04.2021 in Kraft treten soll, regelt unter anderem die Trägerschaft, die Ziele, die Finanzierung und beispielsweise Regelungen zu Leihverträgen und zur Erteilung von Nutzungsrechten für Dritte. Nicht zuletzt werden hier die künftigen Ticketgebühren für den Besuch des ReMO, für Veranstaltungen, museumspädagogische Angebote und sonstige Leistungen festgeschrieben. Dabei sollen die museumspädagogischen, wissenschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen den Fokus auf die Einrichtung verstärken, ins Museum locken, dem Kennenlernen dienen und Interesse für einen ausgiebigen Besuch wecken.

„Bei der Festlegung der Gebührensätze haben wir berücksichtigt, dass die klassische Aufgabentrilogie des Museums – das Sammeln, das Bewahren und das Forschen – und der Auftrag des Vermittelns gleichermaßen zum Tragen kommen“, sagt Dezernent Rink: „Denn die oberste Prämisse des ReMO ist die attraktive, interaktive und zukunftsorientierte Vermittlung von geschichtlichen Ereignissen, die durch die Erweiterung der Ausstellungsinhalte auf die gesamte Region des heutigen Landkreises Oberhavel zugleich identitätsstiftend wirkt. Das ReMO ermöglicht dabei allen Bevölkerungsgruppen einen Zugang zur kulturellen Bildung.“

Denn das Regionalmuseum Oberhavel will nicht nur Ausflugsziel für Museumsbesucher, Kulturinteressierte und Familien sein, sondern zugleich Partner für Schulen und andere Einrichtungen, Anlaufpunkt für Künstlerinnen und Künstler der Region sowie Dienstleister für Geschichtsinteressierte, Heimatvereine oder Ortschronisten. „Unser oberstes Ziel ist es, ein fester Bestandteil der kulturellen Bildungslandschaft des Landkreises und zudem Netzwerkpartner der Region zu werden“, sagt Matthias Rink.

Erwachsene zahlen laut dem Satzungsentwurf für den Museumsbesuch künftig 5,00 Euro (ermäßigt 4,00 Euro), Kinder ab sieben Jahren nur 2,00 Euro. Kinder bis zum sechsten Lebensjahr, Schwerbehinderte (Grad der Behinderung 100%) sowie deren Begleitpersonen, Sozialhilfeempfänger und weitere Berechtigte erhalten freien Eintritt in das Museum. Eine Familienkarte wird zum Preis von 10,00 Euro zu haben sein und ermöglicht zwei Erwachsenen sowie bis zu vier Personen unter 18 Jahren den Eintritt ins Museum. Zudem gibt es Ermäßigungen unter anderem für Gruppen, für Menschen im Ruhestand, für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende und weitere Personengruppen. Neben den Einzeltickets für den Besuch des ReMO sollen mittels einer Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg weiterhin zusätzlich Kombitickets angeboten werden, die zum gemeinsamen Besuch des ReMOs und des Schlossmuseums berechtigen.

Hintergrund

ReMO: Blick in einen Schaukasten.

© Landkreis Oberhavel

Das ReMO – Regionalmuseum Oberhavel (ehemals Kreismuseum Oberhavel) hat eine mehr als hundertjährige Tradition. Die Sammlungsgeschichte des Museums reicht bis in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück. Die im Jahr 1919 gegründete „Heimatkundliche Vereinigung Oranienburg und Umgegend“ unter dem Vorsitz des Lehrers und Heimatforschers Max Rehberg hatte sich die Gründung eines Oranienburger Heimatmuseums zur Aufgabe gemacht.

Die Eröffnung des Museums fand 1932 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 700. Stadtjubiläum im Oranienburger Waisenhaus statt. Bereits damals war das Gemälde „Allegorie auf die Gründung von Oranienburg“ des niederländischen Malers Willem van Honthorst das bedeutendste Exponat des Museums. Schon bald erwies sich der Ausstellungsraum im ehemaligen Speisesaal des Waisenhauses für die Präsentation der Sammlung des Museums als zu klein. Die Stadt Oranienburg stellte daher dem Museum im Jahr 1935 die obere Etage des ehemaligen Amtshauptmannshauses in der Breiten Straße zur Verfügung. Hier kam der Komplex Märkische Binnenschifffahrt hinzu. Das Museum führte damals die Bezeichnung „Heimat- und Binnenschifffahrtsmuseum Oranienburg" und war damit das erste Binnenschifffahrtsmuseum in Deutschland.

Während des Krieges und in den Wirren der Nachkriegszeit erlitt die Museumssammlung erhebliche Verluste durch Diebstahl und Vandalismus. In dieser Zeit ordneten ehrenamtlichen Kräfte die Sammlung und bauten das Museum provisorisch wieder auf.

Das Museum fungierte seit 1957 als Kreismuseum und ging 1962 in die Trägerschaft des damaligen Kreises Oranienburg über. Die Sammlungen wurden um ein Vielfaches vergrößert sowie das Profil des Kreismuseums herausgebildet und geprägt.

Seit 2001 präsentiert das Kreismuseum seine ständige Ausstellung im südlichen Parkflügel des Schlosses. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) betreibt das „Schlossmuseum Oranienburg“ mit seiner Dauerausstellung im nördlichen Parkflügel sowie in Teilen des Mittelbaus.