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Aktuelle Meldungen der Bildungskoordinatoren

Das aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderte Projekt "Kommunale Bildungskoordination für Neuzugewanderte" informiert über sprachliche sowie non-formale Bildungsangebote für Neuzuwanderte im Landkreis Oberhavel und vernetzt haupt- und ehrenamtliche Bildungsakteure. Gemeinsam mit verschiedenen Fachdienstbereichen der Landkreisverwaltung, Bildungsträgern und gesellschaftlichen Akteuren arbeitet die Bildungskoordination daran, Kursangebote und Projekte sich verändernden Bedarfen anzupassen und aufkommenden Herausforderungen mit neuen Ideen zu begegnen.

Auf dieser Seite finden Sie regelmäßig aktuelle Meldungen der Bildungskoordinatoren des Landkreises Oberhavel.

Sprach- und Integrationskurse ausgesetzt

Aufgrund der aktuellen Sachlage hinsichtlich des Coronavirus sind alle Sprach- und Integratiosnkurse im Landkreis Oberhavel ausgesetzt. Sobald die Kurse wieder starten können, informieren wir Sie an dieser Stelle.

Förderung von Houses of Resources

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge unterstützt mit den Houses of Resources die integrative Arbeit von Migrantenenorganisationen, Vereinen und Initiativen. House of Resources stellen diesen flexible Beratungs-, Netzwerk- und Fortbildungsangebote sowie finanzielle und materielle Ressourcen zur Verfügung. Auf diese Weise sollen Vereine und Initiativen in die Lage versetzt werden, ihre lokale Integrationsarbeit handlungsfähiger, professioneller und aktiver zu gestalten. Die Angebote umfassen beispielsweise Buchhaltung, Projektmanagement, EDV-Anwendungen, Öffentlichkeitsarbeit, Akquise weiterer Fördermittel, praktische Begleitung bei der Durchführung von Projekten sowie Bereitstellung von technischen und räumlichen Ressourcen.

Houses of Ressources leisten zudem einen Beitrag zu einer besseren Vernetzung von Organisationen und Akteure vor Ort. Dadurch können diese ihre Kompetenzen, Zugänge und inhaltliche Expertisen besser bündeln. Die Aktivitäten der Houses of Resources schaffen darüber hinaus nachhaltige Möglichkeiten für das Engagement und Teilhabe von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund vor Ort.

Es ist geplant, das Projekt im vierten Quartal 2020 zu beginnen. Angestrebt wird insbesondere die Etablierung von Houses of Resources, die ländliche Räume bedienen. Antragsberechtigte zuwendungsempfangende Stellen sind unter anderem Vereine, Migrantenorganisationen, Kommunen und Einrichtungen, die in der Arbeit mit Neuzugewanderten auf regionaler oder lokaler Ebene tätig sind. Die maximale Projektlaufzeit beträgt 3 Jahre mit einer Fördersumme von bis zu 150.000,00 Euro. Dabei sind Eigenmittel von 10 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben einzubringen.

Die Interessenbekundung muss bis zum 17.04.2020 postalisch an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Referat 81 C – "Houses of Resources", Frankenstraße 210, 90461 Nürnberg und per E-Mail an Ref81CPosteingang@bamf.bund.de versendet werden.

Detaillierte Informationen zur Zielsetzung, den inhaltlichen und konzeptionellen Rahmenbedingungen, zu Förderbedingungen und zum Ablauf des Interessenbekundungsverfahrens finden Sie hier.

Integration durch Sport

Zur Integration von neu zugewanderten Menschen gehört mehr als der Besuch von Sprach- und Integrationskursen. Das Ankommen in Deutschland findet auch und vor allem im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit, eines ehrenamtlichen Einsatzes, in Vereinen, Sprachcafés sowie beim Sport statt. Das bundesweite Programm "Integration durch Sport" setzt hier an und fördert mit unterschiedlichen Maßnahmen die Integration von Neuzugewanderten in den Sport. In den Sportvereinen können Sprachbarrieren, kulturelle Vorbehalte und Berührungsängste abgebaut werden. Dadurch wird nicht nur eine gleichberechtigte Teilhabe am Sport, sondern auch am gesellschaftlichen Leben ermöglicht.

In Brandenburg ist die Brandenburgische Sportjugend im Landessportbund Brandenburg e.V. für die Umsetzung des Programms "Integration durch Sport" zuständig.  Zu den Unterstützungsmaßnahmen der Brandenburgischen Sportjugend zählen unter anderem:

  • Beratung von Sportvereinen zur Integration von Menschen mit Zuwanderungshintergrund
  • Unterstützung der integrativen Vereinsarbeit
  • Entwicklung von spezifischen Angeboten zur Einbeziehung von Migrantinnen und Migranten in den Sport
  • Qualifizierung von Haupt- und Ehrenamtlichen für die Integrationsarbeit im Sportverein

Detaillierte Informationen zum Programm sowie zu den möglichen Unterstützungsmaßnahmen und Ansprechpersonen in der Brandenburgischen Sportjugend finden Sie hier.

Workshop zur Parteiendemokratie in Deutschland

Am 28.03.2020 findet in den Räumlichkeiten der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin e. V. (EAF Berlin) ein ganztätiger interaktiver Workshop für neu zugewanderte Männer und Frauen zum Thema "Parteiendemokratie in Deutschland" statt. Bei diesem Workshop haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihr Wissen über die Rolle von Parteien in Deutschland zu vertiefen und Anregungen für das Engagement in einer Partei zu erhalten. Mit der Stärkung des politischen Interesses werden auch Voraussetzungen für ein zivilgesellschaftliches Engagement geschaffen. Auf die Teilnehmenden warten ein interaktiver Vortrag zur Demokratieentwicklung in Deutschland sowie ein Planspiel zur Funktionsweise einer Partei. Zum Abschluss wird das Thema Migration und politische Teilhabe mit Vertreterinnen und Vertretern von Parteien diskutiert.

Die Workshopteilnahme ist kostenlos, die EAF Berlin übernimmt zudem die Kosten für die Verpflegung. Unter Umständen können auch Reisekosten erstattet werden - dazu muss eine Vereinbarung mit dem Veranstalter getroffen werden. Um am Workshop teilnehmen zu können, müssen die Interessentinnen und Interessenten bis zum 28.02.2020 unter dem folgenden Link ein kurzes Motivationsschreiben einreichen: https://eveeno.com/848999814

Gefördert wird die Veranstaltung von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Berufsorientierungstournee junior

Bei den kommenden Stationen der Berufsorientierungstournee junior (BOTjunior) haben auch die neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 und 10 die Möglichkeit, Berufsfelder, Ausbildung und Tätigkeiten in verschiedenen Branchen und Betrieben kennenzulernen und dabei Gespräche mit den Unternehmerinnen und Unternehmern, Ausbildungskräften und Auszubildenden zu führen. Dabei können sie sich ein Bild über Unternehmen und Ausbildungsstätten machen sowie Arbeits- und Geschäftsprozesse verschiedener Branchen kennenlernen.

Folgende Termine stehen an:

Station 5, handwerkliche und kaufmännische Berufe: 19.02.2020, 13.30 bis 16.00 Uhr – Bäckerei & Konditorei Plentz, Dorfstraße 43, 16727 Oberkrämer/Schwante

Station 6, Berufe im Pflegebereich: 11.03.2020, 13.30 – 16.00 Uhr, domino-world Club Oranienburg, Villacher Straße 4, 16515 Oranienburg

Station 7, technische Berufe, IT und kaufmännischer Bereich: 25.03.2020, 13.30 – 16.00 Uhr, Stadtwerke Oranienburg GmbH, Treffpunkt Wasserwerk, Carl-Gustav-Hempel-Straße 1, 16515 Oranienburg.

Um an der BOTjunior teilzunehmen, melden Sie sich bitte per E-Mail unter ohv@ihk-potsdam.de oder telefonisch unter 03301 59-690 an und geben dabei folgende Angaben an:

  • Name und Nummer der BOT junior Station
  • Name
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse

Der Veranstalter meldet sich bei Ihnen mit einer Bestätigung. In der Regel werden Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme an der BOTjunior stundenweise von der Schule gegen Vorlage des Zertifikats beurlaubt. Bitte wenden Sie sich dazu an Ihre Lehrkraft im Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT).

Elterntraining zum Kindergartenbesuch

Die Bemühungen der Kindertagesstätten, den Kindern aus neu zugewanderten Familien alle verfügbaren Möglichkeiten zu ihrer Bildung und Integration einzuräumen, stoßen oftmals auf Schwierigkeiten. Das hat nicht nur mit Sprachbarrieren zu tun, die eine gute Kommunikation von Erzieherinnen und Erziehern mit den Eltern und somit das Ankommen der Kinder erschweren. Neu zugewanderte Eltern sind geprägt von Sitten und Gewohnheiten ihrer Heimatländer, manche von ihnen sind traumatisiert. Die Kindertageseinrichtungen sind somit herausgefordert, mit neuen Ansätzen die Aufnahme und das Ankommen der Kinder zu erleichtern. Die PuR gGmbH hat ein Konzept für ein Elterntraining erarbeitet, das zur Integration neu zugewanderter Kinder beiträgt. Die Bildungskoordination sprach über das Konzept mit Katharina Jagodzinski von der PuR gGmbH, die an der Grundschule Nord in Hennigsdorf die Sozialarbeit verantwortet und das Elterntraining durchgeführt hat.  

Frau Jagodzinski, das Elterntraining besteht aus 7 Modulen. Welche Themen stehen dabei im Vordergrund?

Das Training wurde aufeinander aufbauend konzipiert, Startpunkt war immer ein Gesamtüberblick – was bedeutet eine Kindheit in Deutschland, was ist eine Kita – gefolgt von den unterschiedlichen Bausteinen, die uns sinnvoll erschienen.

  1. Kindheit in Deutschland
  2. Was ist eine Kita – Tagesabläufe, Inhalte, pädagogischer Rahmen
  3. Was braucht mein Kind? – Ernährung in der Kita, „Der Rucksack“
  4. Absprachen und Vereinbarungen – Wer darf wie abholen, warum braucht die Kita Informationen, wie sprechen wir Dinge, die uns wichtig sind, an?
  5. Die Rolle der Eingewöhnung
  6. Essen und Trinken
  7. Kommunikation, Zusammenfassung und „Schnuppereinheit“ in einer Kita

Wichtig war es uns, alle relevanten Punkte, die bei Eltern Fragezeichen auslösen, zu besprechen. Wir agierten dabei aus unterschiedlichen Perspektiven – im Gespräch mit den Kitaleitungen der Stadt Hennigsdorf erörterten wir die Ansatzpunkte. Katharina Malorny, seit dem Schuljahr 2015/2016 Sozialarbeiterin an der Grundschule Theodor Fontane Hennigsdorf, ließ ihre Erfahrungen aus der praktischen Arbeit in einer Kita einfließen und ich nahm die Rolle der Mutter eines Kitakindes ein. So entstand ein Gesamtkonstrukt, das es zuließ, viele relevante Punkte zu beleuchten.

Am Beispiel der Ampel-Kommunikation ließ sich dann gut ablesen, wie stark die Sprachbarriere wirken kann, wie einfach aber auch diese zu überwinden sind, ohne dass eine Seite sich nicht ausreichend informiert sieht. Die Notfallkarte macht es zudem für weitere Akteure (beispielsweise Rettungsdienste) einfach, sich über den aktuellen grundsätzlichen Zustand des Kindes zu informieren, wenn Eltern zum Beispiel noch nicht vor Ort sind oder die Emotionen eine Kommunikation erschweren.

Ein Modul widmet sich den Bedürfnissen der Eltern. Woran sind die Eltern neu zugewanderter Kinder ganz besonders interessiert?

Die Eltern, die wir kennenlernen durften, wünschten sich vor allem eine umfassende Information über den Ablauf – was ist eine Kita überhaupt, was darf mein Kind, was darf ich? Es herrschte eine große Unsicherheit in Bezug auf die Abholsituation und die Betreuungszeiten. Wir erlebten offene Eltern, die sich sehr für die pädagogische Arbeit interessierten, andere benötigten den Kitabesuch, um einen Sprachkurs zu machen. Gerade Eltern aus eher ländlichen Regionen war die Kita an sich kein geläufiger Begriff. Wichtig war auch immer wieder, die Eltern zu ermutigen, erlebte Traumata anzusprechen. Auf diese Weise können Fachkräfte vor Ort auch wissen, dass Situationen entstehen können, die alle Akteure herausfordern.

Auch die Kommunikation in einfacher Sprache – die Umsetzung erfolgte im Ampelsystem - war ein wichtiger Punkt. Integration sollte über eine beidseitige Öffnung geschehen, das heißt der Aushang von Informationen mindestens auch in englischer Sprache sollte keine Besonderheit sein, wenn Familien mit Migrationshintergrund eingegliedert werden sollen.

Die VorKita befindet sich seit 2016 bereits im 10. Durchgang. Welche Erfahrungen haben Sie in der Projektdurchführung der letzten Jahre gesammelt?

Aufgrund personeller Engpässe im Rahmen der Sozialen Arbeit an Grundschule übergaben wir die Durchführung der VorKita an den Fachdienst Familie, Jugend, Integration der Stadt zurück, wo er nach Bedarf weitergeführt wurde.

Insgesamt war die Rückmeldung der Eltern durchweg positiv. Die Einrichtungen setzten ihre Hilfsmittel - soweit mir bekannt - anfänglich ein und reduzierten dann nach Bedarf. Zusammenfassend scheint die VorKita ein gelungenes Projekt im Sinne der Integration der betroffenen Familien zu sein. Dabei verstehen wir unter der VorKita immer ein agiles System, welches beliebig ausführbar sein darf. Das heißt, die Öffnung für Familien ohne Migrationshintergrund ist möglich und sicher sinnvoll – als Elterntraining im Rahmen von Quartiersmanagement, als reine Informationsveranstaltung in gekürzter Form – denkbar sind viele Ansätze.

Wichtig ist und bleibt auch der Mut zum Scheitern – es war in der Konzeptphase nicht klar, inwieweit der Ansatz praktikabel sein würde, wie die Eltern reagieren könnten, ob die Einrichtungen die Module überhaupt entlastend wahrnehmen würden. Im Zweifelsfall hätten und haben wir nachgesteuert.

Können andere Kindertagesstätten im Landkreis von Ihren Erfahrungen profitieren und Ihr Konzept des Elterntrainings einsetzen?

Das Konzept ist laut Geschäftsführerin der PuR gGmbH offen für alle Einrichtungen, die sich dafür interessieren. Ich berate die Fachkräfte gerne dazu im Einzelfall – wer es nutzen möchte, fühle sich eingeladen, dies zu tun!

Katharina Jagodzinski steht bei Fragen zum Elterntraining gern unter der E-Mail-Adresse sozialarbeiter-gsnord@hennigsdorf.de zur Verfügung. Das Konzept des Elterntrainings VorKita kann hier heruntergeladen werden. Das Elterntraining zum Kindergartenbesuch kann hier aufgerufen werden.

 

Fortsetzung des niedrigschwelligen Sprachkurses für psychisch beeinträchtigte Geflüchtete startet am 25.02.2020

Am 25.02.2020 startet in Oranienburg die Fortsetzung des niedrigschwelligen Sprachkurses für psychisch beeinträchtigte Geflüchtete in Oranienburg.  Die methodisch-didaktische und inhaltliche Gestaltung berücksichtigt die individuellen Lernbiographien und Lebenssituationen sowie den gesundheitlichen Zustand der Teilnehmenden, die an die Grundlagen der deutschen Sprache und Kultur herangeführt werden möchten.

Die Bildungsmaßnahme wird mit der Unterstützung des Migrationspsychologen des Landkreises Oberhavel durchgeführt. Die Teilnahme an diesem Kurs ist für Geflüchtete aus dem Landkreis kostenfrei. Wenn Teilnehmende keine Mobilitätskarte haben, werden Fahrtkosten erstattet. Anmeldungen laufen über den Migrationspsychologen Herrn Dr. Ibaidi. Sie erreichen ihn per E-Mail unter Said.Ibaidi@oberhavel.de oder telefonisch unter 03301 601-3904.  

Wegweiser durch das Gesundheitssystem in Brandenburg für Neuzugewanderte

Manche neuzugewanderte Menschen haben noch Schwierigkeiten, sich im Gesundheitssystem zurecht zu finden. Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Brandenburg in Trägerschaft von Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V. hat für diese Zielgruppe einen Online-Wegweiser veröffentlicht, der bei der Orientierung Abhilfe schaffen soll.

Der mehrsprachige Wegweiser unter dem Titel "How to…" enthält Informationen zu den gesetzlichen Grundlagen der medizinischen Versorgung nach dem Aufenthaltsstatus sowie den Angeboten der Gesundheitsvorsorge und Notfallversorgung. In jedem Themenabschnitt werden Informationen für die jeweilige Zielgruppe vorgestellt - Familien, Kinder, (schwangere) Frauen.  Die Webseite mit dem Wegweiser auf Arabisch, Deutsch, Eng­lisch, Farsi und Russisch  kann hier aufgerufen werden.

"Viele Unternehmen sind offen für Ausbildungen auch von neuzugewanderten jungen Menschen und freuen sich bei youlab auf gute Gespräche mit ihnen"

Am 12. Februar, von 10 bis 16 Uhr findet in den beiden direkt nebeneinander liegenden Hallen, dem HBI-Forum und der MBS-Arena der TURM ErlebnisCity, André-Pican-Straße 42, 16515 Oranienburg, die Berufsbildungsmesse "youlab Beruf.Bildung.Brandenburg" statt. Die Messe bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich einen Überblick über zahlreiche auszubildende Unternehmen und berufliche Tätigkeitsfelder zu verschaffen und mit vielen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen. Den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern wird empfohlen, ihren Lebenslauf mitzubringen. Ausdrücklich eingeladen sind die Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungshintergrund. "Viele Unternehmen sind offen für Ausbildungen auch von neuzugewanderten jungen Menschen und freuen sich bei der youlab auf Gespräche mit ihnen", so Philipp Gall, Leiter RegionalCenter Oberhavel der Industrie- und Handelskammer Potsdam. Möchten Sie sich über Ausbildungsmöglichkeiten informieren? Dann kommen Sie am besten gegen 12.00 Uhr zum Veranstaltungsort. Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die vollständige Liste der Ausstellerinnen und Aussteller kann unter folgendem Link aufgerufen werden: https://www.youlab.de/aussteller/

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Unterstützung vor Ort? Dann schicken Sie Ihre Anfrage an ohv@ihk-potsdam.de

ValiKom: Kompetenzen zertifizieren lassen

Viele Neuzugewanderte haben in ihrer Heimat berufliche Fähigkeiten, für die sie zwar keinen Abschluss vorweisen können, mit denen sie aber in der Lage sind, in deutschen Betrieben bestimmte Aufgaben zu übernehmen. Mit dem Projekt der IHK Potsdam "ValiKom Transfer" (Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen) besteht nun die Möglichkeit, das vorhandene Know-how bewerten und zertifizieren zu lassen, um auf diese Weise eigene Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Als Referenz wurden die deutschen Aus- und Weiterbildungsabschlüsse herangezogen.

Das Verfahren richtet sich an Ungelernte, Quereinsteiger sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne einen Berufsabschluss oder die in einem anderen als dem gelernten Beruf tätig sind. Die Altersuntergrenze liegt bei 25 Jahren.

Überprüft und bewertet werden die beruflichen Kenntnisse schwerpunktmäßig in den folgenden Berufen:

  • Kaufmann und Kauffrau im Einzelhandel
  • Verkäufer/in
  • Fachkraft für Lagerlogistik
  • Fachlagerist/in
  • Kaufmann und Kauffrau für Büromanagement.

Die Teilnahme am ValiKom Transfer ist bis zum 31.10.2021 kostenlos. Alle Details zum Projekt finden Sie hier. Im Jobcenter Oberhavel steht das Team Asyl bei Fragen gern zur Verfügung.

Beginn der Bewerbungsphase des START-Leadership-Programms

Am 01.02.2020 beginnt die Bewerbungsphase der START-Stiftung für Schülerstipendien. Das Start-Leadership-Programm ist für herausragende Jugendliche mit Migrationserfahrung konzipiert, die die Gesellschaft aktiv mitgestalten wollen und bereit sind, am dreijährigen Bildungs- und Engagementprogramm teilzunehmen. In dessen Rahmen besuchen die Stipendiatinnen und Stipendiaten Veranstaltungen sowie Seminare. Dabei werden sie durch Landeskoordinatorinnen und Landeskoordinatoren betreut. Durch die Finanzierung von Büchern, Schulmaterialien, Workshops, Internetgebühren sowie Bildungsausgaben sollen Potenziale und persönliche Entwicklung der geförderten Schülerinnen und Schülern entfaltet werden.

Bewerben können sich junge Menschen, die mindestens 14 Jahre alt sind, deren Mutter oder Vater nach Deutschland zugewandert sind, aktuell mindestens die 9. Klasse in Brandenburg besuchen, mindestens drei weitere Jahre auf eine allgemein- oder berufsbildende Schule gehen werden und Deutsch mindestens auf dem Niveau GER-B1 beherrschen.

Interessierte Schülerinnen und Schüler müssen sich auf der Webseite www.start-bewerbung.de registrieren, auf der sie anschließend die Fragen nach der Motivation beantworten, einen Fragebogen ausfüllen und benötigte Unterlagen hochladen können. Die Bewerbungsphase endet am 16.03.2020.  Alle Details zum Bewerbungsprozess können unter folgendem Link aufgerufen werden: https://www.start-stiftung.de/programm/bewerbung/

Im vergangenen Jahr befanden sich unter den bundesweit 150 Neu-Stipendiatinnen und –stipendiaten zwei Oberhaveler. Vier weitere Bewerberinnen und Bewerber aus dem Landkreis Oberhavel hatten in 2019 die Zwischenrunde erreicht. Außerdem befinden sich derzeit fünf weitere Oberhaveler Schülerinnen und Schüler aus den Auswahlrunden 2017 und 2018 im Stipendienprogramm.

Die START-Stiftung ist ein Projekt der gemeinnützigen Hertie-Stiftung und wird von über 120 Partnern unterstützt.

Möglichkeit für einen ehrenamtlichen Einsatz im Mehrgenerationenhaus "Zehdenicker Bienenstock"

Im Mehrgenerationenhaus "Zehdenicker Bienenstock" gestalten Menschen aller Generationen gemeinsam Alltag und Freizeit. "Zehdenicker Bienenstock" bietet Angebote für alle Altersgruppen und hilft, Brücken zu schlagen zwischen Jung und Alt. Im Haus finden unter anderem die Strickrunde, Spielenachmittage sowie die Demenzbetreuung statt. Für Neuzugewanderte bietet sich hier die Möglichkeit für einen ehrenamtlichen Einsatz bei der Tafelausgabe, in der Nähstube sowie im Kreativbereich.

Sind Sie interessiert? Dann melden Sie sich unter der E-Mail-Adresse mgh-zehdenick@alv-brandenburg.de an. 

Sprachcafé in Zehdenick gestartet

Seit dem 20.11.2019 findet im Hallo-Nachbar-Laden in der Marktstraße 2 mittwochs und donnerstags, jeweils von 15.00 bis 18.00 Uhr das Sprachcafé statt. Die Bildungskoordination sprach mit der Leiterin des Hallo-Nachbar-Ladens, Petra Delport, über das neue Projekt.

Frau Delport, warum war es Ihnen wichtig, im Hallo-Nachbar-Laden das Sprachcafé einzuführen?

Gerade wenn Geflüchtete beziehungsweise Asylbewerberinnen und Asylbewerber noch keinen Job oder Ausbildungsplatz oder kleine Kinder haben, sprechen sie zu wenig deutsch und können ihre im Sprachkurs gelernten Sätze kaum anwenden. Dazu kommt oft Scheu, in der Öffentlichkeit nicht perfekt zu sprechen. Das Sprachcafé bietet die Möglichkeit, in einer freundlichen Atmosphäre einfach "losreden" zu können.

Wie unterscheidet sich ein Sprachcafé von einem Deutschunterricht?

Die Grenzen zum Deutschunterricht sind fließend. Im Sprachcafé kommt es nicht zuerst darauf an, korrekt deutsch zu sprechen, sondern, dass wir einander verstehen. Wir helfen dabei, dass man sich mit dem Wortschatz, den man hat, verständigen kann. Aber wir helfen auch oft bei Hausaufgaben zum Deutschunterricht. Wir freuen uns, dass ab der nächsten Woche unser Team größer wird und wir uns auf unterschiedliche Sprachbedürfnisse einstellen können.

Wer besucht das Sprachcafé?

Es kommen junge Frauen, die ihre Sprachkenntnisse verbessern, während ihre Ehemänner zu Hause die Kinder betreuen. Es kommen Männer mit unterschiedlichen Sprachniveaus, die einfach ihre Deutschkenntnisse erweitern wollen oder Hilfe bei ihren Hausaufgaben suchen. Ich empfinde es als besonders schön, wenn sie sich gegenseitig bei der Übersetzung von schwierigen deutschen Worten helfen. Manchmal sind auch Kinder dabei. Sie können durch Kita und Schule gut deutsch. Wir können leider keine Kinderbetreuung anbieten, aber für eine begrenzte Zeit können die Kinder Bücher ansehen oder Malen.

Über welche Themen unterhalten sich die Besucherinnen und Besucher?

Das sind vor allem Alltagsthemen wie Supermarkt, Arzt, Bestellungen im Internet, Feiertage, Hobbys, Essen. Es ist oft lustig, wenn wir uns über kulturelle Eigenheiten unterhalten.

Müssen Teilnehmende über Deutschkenntnisse auf einem bestimmten Niveau verfügen, um das Angebot wahrzunehmen?

Nein. Wir sind auf jeden Wortschatz eingestellt und freuen uns über jeden Besuch!

Bilderwörterbuch für die Agrarberufe und Hauswirtschaft

Die Broschüre der Landwirtschaftskammer Niedersachsen "Mit Sprache Brücken bauen" erklärt anhand von Bildern grundlegende Begriffe aus den Agrarberufen und der Hauswirtschaft. Auf insgesamt 40 Seiten werden verschiedene Materialien, Werkzeuge, Tiere und Lebensmittel ins Englische, Französische, Polnische, Arabische und in Farsi übersetzt. Das Wörterbuch unterstützt somit Neuzugewanderte beim Einstieg in die Arbeitswelt. Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden.

Interview zur Ausflugsreihe „Von den Diktaturen hin zur Demokratie“ des Vereins „Willkommen in Oranienburg e.V.“

Der Verein "Willkommen in Oranienburg" hat in diesem Jahr mehrere Ausflüge für neuzugewanderte Oranienburgerinnen und Oranienburger organisiert. Die Bildungskoordination sprach über die non-formelle Bildungsarbeit der Willkommensinitiative mit Ivonne Hennes und Ulrike Feldner.

Frau Hennes, Frau Feldner, der thematische Schwerpunkt bei ihren Ausflügen lag auf der jüngeren deutschen Geschichte. Was konnten die Teilnehmenden dabei für sich entdecken?

Das Jahr 2019 bot mehrfach Anlass, um sich mit der jüngeren deutschen Geschichte auseinanderzusetzen: Zum einen den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren und zum anderen das 30-jährige Jubiläum des Mauerfalls. Aus diesem Grund planten wir eine Ausflugsreihe unter dem Motto „Von den Diktaturen hin zur Demokratie“, welche den Besuch der Berliner Unterwelten, des DDR-Museums und der Gedenkstätte Berliner Mauer umfasste.

Warum war es für "Willkommen in Oranienburg" wichtig, die Neuzugewanderten mit der deutschen Geschichte vertraut zu machen?

Wir beabsichtigten gemeinsam mit alteingesessenen und neu hinzugezogenen Oranienburgerinnen und Oranienburgern die NS-Diktatur bzw. den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, die deutsche Teilung und die Wiedervereinigung in den Fokus zu rücken. In diesem Zusammenhang betrachteten wir auch, inwieweit sich Parallelen zur Geschichte der Herkunftsländer vieler Geflüchteter ziehen lassen. Uns war es wichtig, die Bedeutung eines demokratischen Verständnisses und Denkens sowie die gegenseitige Solidarisierung herauszustellen. Gerade in Tagen des wiederaufflammenden Ost-West-Konflikts ist die Beschäftigung mit der Geschichte von 1945 bis 1990 von besonderer Wichtigkeit.

Haben die Teilnehmenden mögliche Parallelen zur Situation in ihren Heimatländern entdeckt?

Ja, dazu hatten die Teilnehmenden während unserer Ausflüge Gelegenheit. Den eben angesprochenen Ost-West-Konflikt erlebten wir ja während der Teilung beider deutschen Staaten. Die Geflüchteten aus Syrien und Afghanistan sind in den dortigen Kriegen Opfer von Stellvertreterkriegen geworden, die ebenfalls den Ost-West-Konflikt widerspiegeln.

Aber auch als wir im DDR-Museum das Leben und den Alltag von Bewohnerinnen und Bewohnern der DDR nachempfinden konnten, berichteten zum Beispiel die Menschen aus Syrien, welchen Einfluss auch sie von Seiten der Sowjetunion früher erlebten.

An den Ausflügen nahmen nicht nur neuzugewanderte, sondern auch einheimische Oranienburgerinnen und Oranienburger teil.  Sind dabei die Menschen mit jeweils unterschiedlichen Lebenshintergründen und -erfahrungen einander nähergekommen?

Die Teilnahme alteingesessener Oranienburgerinnen und Oranienburgern war unsererseits ausdrücklich erwünscht, da persönliche Eindrücke und Erfahrungen von Zeitzeugen einen besonderen Zugang zur deutsch-deutschen Geschichte für alle ermöglichen.

Sie konnten eigene Geschichten aus der Zeit des Mauerbaus und dem Fall der Berliner Mauer beitragen und sich an so einiges aus der DDR-Zeit erinnern. Dadurch entstand nationenübergreifend ein reger Austausch und Geschichte "zum Anfassen".

Bestehen beim Austausch mit Neuzugewanderten noch Sprachbarrieren?

Nach den Führungen durch die Gedenkstätten und Museen haben wir den Tag noch mit einem gemeinsamen Mittag- oder Abendessen ausklingen und das Erlebte noch einmal Revue passieren lassen. In den Gesprächen zwischen Geflüchteten und Deutschen wurde deutlich, wie klein mittlerweile die Sprachbarrieren geworden sind und wie gut der Austausch in deutscher Sprache funktioniert.

Welche Pläne hat Willkommen in Oberhavel e.V. für das kommende Jahr?

Im nächsten Jahr möchten wir gern unsere Ausflugsreihe fortsetzen. Nachdem wir in diesem Jahr die geschichtsträchtigen Einrichtungen von Berlin besuchten, soll es im nächsten Jahr eher ins ländliche Brandenburg gehen. Das könnte eine Fahrradtour ins Briesetal, ein Ausflug in den Ziegeleipark Mildenberg oder zum Schiffshebewerk Niederfinow sein. 

Auch politische Bildung gehört zum Programm. So haben wir eine Einladung in den Landtag nach Potsdam erhalten, der wir gerne folgen.

Und natürlich werden wir uns wieder an der Interkulturellen Woche des Landkreises beteiligen - im nächsten Jahr mit unserer Geburtstagsfeier zum 5-jährigen Bestehen des Vereins!

Mehrsprachiges Vokabelheft für das Handwerk

Der Landesverband UnternehmerFrauen im Handwerk Bayern und Niedersachsen e. V. hat unter dem Motto "Willkommen im Handwerk" ein Bilderwörterbuch mit den wichtigsten Handwerksbegriffen in den Sprachen Englisch, Französisch, Polnisch, Arabisch und Farsi erstellt. Das Vokabelheft dient Handwerkerinnen und Hanwerkern sowie Betrieben, Sprachschulen und Berufsschulkräften als Kommunikationshilfe. Die Übersicht beinhaltet 180 Begriffe aus 11 Handwerksberufen sowie Vokabeln rund um die duale Ausbildung im deutschen Handwerk und kann hier heruntergeladen werden.

Möglichkeit für das Engagement bei der Jugendfeuerwehr in Hohen Neuendorf

Bei der Jugendfeuerwehr in Hohen Neuendorf können Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren lernen wie man Brände löscht, bei einem Verkehrsunfall hilft und wie die Geräte auf einem Feuerwehrfahrzeug funktionieren. Für das Engagement in der Jugendfeuerwehr müssen keine besonderen Kenntnisse vorhanden sein. Bei Interesse melden Sie sich bitte beim Stadtjugendwart, Oliver Warneke, per E-Mail unter Oliver.Warneke@t-online.de. Mehr Informationen zur Jugendfeuerwehr finden Sie hier.

Präventionsprojekt "Reflect" erfolgreich im Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum durchgeführt

Am 2. Dezember fand im Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum in Hennigsdorf das Projekt "Reflect – Freiheit beginnt im Kopf" statt. Beim zur allgemeinen Prävention und Sensibilisierung gegen Extremismus und Islamismus konzipierten Workshop behandelte das pädagogische Personal des Trägers MIND prevention, Mansour-Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention GmbH, mit 20 jungen geflüchteten Menschen die Themen Gleichberechtigung, Männlichkeitskonzept, Islamverständnis und Antisemitismus. Die Teilnehmenden lernten dabei, ihre bisherigen Einstellungen zu diskutieren, infrage zu stellen und ihre Ängste abzubauen. Der zweite Projektteil wird noch in diesem Jahr durchgeführt. Im Januar folgt eine Fortbildung für Lehrkräfte und Schulsozialarbeitende, bei der diese zum Umgang mit patriarchalischen Strukturen und religiösen Narrativen befähigt werden. "Reflect – Freiheit beginnt im Kopf" wird vom "Toleranten Brandenburg" gefördert. Weitere Details zur Durchführung von Workshops können bei der Bildungskoordination erfragt werden.

Geschichtswerkstatt "Die deutsche Vergangenheitspolitik nach 1945" – ein Beispiel für Nachkriegssyrien oder Nachkriegsafghanistan?

Vom 05. bis 07.06.2020 führt HochDrei e. V. für Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte die Geschichtswerkstatt durch, bei der die deutsche Vergangenheitspolitik nach 1945 diskutiert wird. Dabei sollen unter anderem folgende Fragen behandelt werden: Kann die deutsche Nachkriegsgeschichte ein Beispiel sein für die Politik nach einem verheerenden Krieg? Welche Erkenntnisse könnte ein Nachkriegssyrien oder ein Nachkriegsafghanistan ziehen? Was könnte anders und besser gemacht werden? Während des Seminars gibt es Sprachmittlungen für arabisch/deutsch und farsi/deutsch. Das Wochenendseminar beginnt am Freitag, 14.00 Uhr und endet am Sonntag 14.00 Uhr. Die gemeinsame Arbeit im Seminar ermöglicht auch sozialen Austausch unter den Teilnehmenden.  

Die Teilnahmekosten können unter Umständen verringert oder vollständig erlassen werden. Interessentinnen und Interessenten können sich bei der Bildungskoordination anmelden. Detaillierte Informationen zur Geschichtswerkstatt können hier aufgerufen werden. Veranstaltungsort ist in der Holzmarktstraße 11/12, 14467 Potsdam. 

Ausbildungsbegleitende Hilfen für Neuzugewanderte

Nach dem Inkrafttreten des Ausländerbeschäftigungsförderungsgesetzes am 01.08.2019 haben alle arbeitsmarktnahen Ausländerinnen und Ausländer – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus – den Zugang zu ausbildungsbegleitenden Hilfen. Diese dienen dem Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten, der Förderung fachpraktischer und fachtheoretischer Fertigkeiten und Kenntnisse, der sozialpädagogischen Begleitung und beinhalten beispielsweise auch Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung. Das Angebot wird von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter finanziert und ist sowohl für Unternehmen als auch Auszubildende kostenlos. Die Antragstellung erfolgt durch Auszubildende möglichst zu Ausbildungsbeginn bei der zuständigen Behörde, die die Fördervoraussetzungen prüft und den Umfang der Maßnahmen festlegt. Diese finden außerhalb der Arbeitszeit statt und dauern drei bis acht Unterrichtsstunden (je 45 Minuten) pro Woche.

Folgende Unterlagen müssen bei der Beantragung der ausbildungsbegleitenden Maßnahmen vorgelegt werden:

  • Ausbildungs- beziehungsweise Einstiegsqualifizierungsvertrag
  • aktuelles Berufsschulzeugnis beziehungsweise Nachweis der aktuellen Berufsschulnoten
  • Abschlusszeugnis der zuletzt besuchten allgemeinbildenden Schule
  • Lebenslauf

Arbeitslosenservice Horizont bietet Neuzugewanderten die Möglichkeit eines ehrenamtlichen Einsatzes in Oranienburg an

Der Arbeitslosenservice Horizont in Oranienburg bietet neuzugewanderten Menschen, die sich in deutscher Sprache verständigen können, die Möglichkeit eines ehrenamtlichen Einsatzes in den folgenden Bereichen an:

  • Tätigkeiten für Helferinnen und Helfer in der Tafel (sortieren, einordnen, packen von Lebensmitteln und deren Ausgabe);
  • Tätigkeiten für Helferinnen und Helfer in der Fundgrube  (sortieren und aussortieren von Bekleidung und Hausrat, einordnen in Regale, Reinigungsarbeiten bei verschmutzten Gegenständen);
  • Hilfsarbeiten in der Wärmestube beziehungsweise im Küchenbereich (Abwasch, Gemüse putzen, Reinigungsarbeiten);
  • Hilfsarbeiten in der Nähstube (Trennarbeiten, Bügelarbeiten);
  • Schreibbüro (Erstellen von Bewerbungsunterlagen und Schriftstücken in deutscher Sprache);
  • Kreativprojekt und Veranstaltungen (Bastelarbeiten, Büchertauschaktionen, Herstellung von Gestecken, Vorträge).

In allen Projekten können immer nur so viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer eingesetzt werden, wie es die Platzkapazitäten ermöglichen. Mit allen Bewerberinnen und Bewerbern werden im Vorfeld persönliche Gespräche geführt. Der Arbeitslosenservice befindet sich in der Strelitzer Straße 5-6, 16515 Oranienburg, in der Nähe vom S-Bahnhof.

Kontaktinformationen:
E-Mail: ase-oranienburg@alv-brandenburg.de
Telefon: 03301-535425

Ehrenamtliche Tätigkeit spielt bei der Integration von neuzugewanderten Menschen eine wichtige Rolle. Sie gibt ihnen die Möglichkeit, sich als mitgestaltende Engagierte zu präsentieren, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und soziale Kontakte zu knüpfen. Ein ehrenamtlicher Einsatz bietet sich an, um Sprachkenntnisse zu festigen und Arbeitsstrukturen kennenzulernen. Freiwillige Arbeit wirkt sich zudem positiv auf mentalen Zustand der Menschen aus. Die im Rahmen des Ehrenamts erworbenen Qualifikationsnachweise könnten beim späteren Berufseinstieg hilfreich sein. In den Fällen, in denen Aufwandsentschädigungen gezahlt werden, muss dies dem Sozialleistungsträger angezeigt werden.

"Ich lege Wert auf positive Erfahrungen mit der neuen Sprache."

Am 12.11.2019 startete in Oranienburg erstmals ein niedrigschwelliger Deutschsprachkurs für psychisch beeinträchtigte Geflüchtete. Die Bildungskoordination sprach mit dem Dozenten der Bildungsmaßnahme Tarek Sharaf.    

Herr Sharaf, an wen richtet sich der Kurs?

Der Kurs richtet sich an psychisch erkrankte Menschen, die willens sind Deutsch zu lernen, aber aufgrund der Einschränkung einem herkömmlichen Kurs nicht folgen können.

Was zeichnet Ihren Kurs aus?

Der Unterricht muss Spaß machen und angstfrei sein. Ich hebe diese zwei Punkte besonders hervor, weil psychisch beeinträchtigte Geflüchtete Deutsch meistens in einem Stresskontext erfahren. Sei es nun die Post von den Ämtern oder Mahnbescheide, die Sie nicht verstehen. Aufgrund Ihrer Erkrankung gewichten sie die negative Konnotation oft viel stärker als Personen ohne psychische Erkrankungen. Das Thema Angst begleitet traumatisierte Geflüchtete wie der Polarstern die Seeleute. Angst ist meistens ein tragendes Merkmal Ihrer Erkrankung und leider auch Teil der Begegnung mit der deutschen Sprache. Es sind nicht nur die Briefe, sondern auch der Leistungsanspruch, der an sie hier gestellt wird und dem sie nicht nachkommen können. So zum Beispiel auch in den herkömmlichen Deutschkursen.

Worauf legen Sie im Unterricht besonderen Wert?

Ich lege Wert auf positive Erfahrungen mit der neuen Sprache. Freunde, soziales Leben, Freundschaft und natürlich gefühlte Sicherheit sind die Attribute, die ich hervorheben möchte.

Welche Ziele sollen die Teilnehmenden erreichen?

Keine Standards! Der Weg ist voller individuell erfahrbarer Resultate und Ziele. All das sind Erfolge. Solange dieses Gefühl da ist, sind wir auf dem richtigen Weg.       

Zulassung zu einem Integrationskurs

Mit dem Inkrafttreten des Ausländerbeschäftigungs­förderungs­gesetzes am 01.08.2019 wurde vom BAMF ein neues Zulassungsformular für Integrationskurse eingeführt. Asylbewerberinnen und Asylbewerber, Geduldete sowie Ausländerinnen und Ausländer mit Aufenthaltserlaub­nis gemäß § 25 Absatz 5 AufentG können dieses Zulassungsformular zusammen mit dem jeweiligen Bildungsträger ausfüllen. Asylbewerberinnen und Asylbewerber, die vor dem 01.08.2019 nach Deutschland eingereist sind, müssen für den Wechsel zu einem Integrationskurs unter anderem die Bescheinigung über die Arbeitsmarktnähe vorweisen.

Die Aushändigung der erforderlichen Bescheinigung erfolgt durch die Agentur für Arbeit. Die Arbeitsmarktnähe ist dann nicht erforderlich, wenn aus Gründen der Kindererziehung die Ausübung einer Erwerbstätigkeit nicht zumutbar ist. Detaillierte mehrsprachige Informationen zum Integrationskurs können hier aufgerufen werden.

Förderung zur Vorbereitung und Durchführung eines Hochschulstudiums

Gemeinsam mit der Otto Benecke Stiftung e. V. vergibt die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule (GF-H) Zuwendungen an junge Geflüchtete, die die Hochschulreife erwerben oder ein Hochschulstudium anstreben beziehungsweise fortsetzen möchten. Förderberechtigt sind Geflüchtete unter 30 Jahren, nachreisende Ehegattinnen und Ehegatten sowie Kinder von Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen.

Die Mitarbeitenden der Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule (GF-H) prüfen die Voraussetzungen sowie die Eignung für den angestrebten Ausbildungsweg und entwickeln anschließend einen individuellen Plan zur Aufnahme oder Fortsetzung einer akademischen Laufbahn. Kontaktdaten zum Berliner Standort der Bildungsberatung finden Sie hier. Online-Anmeldung zur Beratung kann hier aufgerufen werden.

Durch die Stipendien können unter anderem folgende Maßnahmen gefördert werden:

  • Studienvorbereitende Deutschsprachkurse mit dem Abschlussziel C1 GER; Deutsch als Fremdsprache (TestDaF) beziehungsweise die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH)
  • Englischintensivkurse für Studienbewerberinnen und Studienbewerber mit Hochschulzugangsberechtigung (HZB) ohne Englischvorkenntnisse (Abschlussziel B1/B2 GER)
  • fachspezifische Vorbereitungskurse zum Studienkolleg und Studium
  • Sonderlehrgänge zum Erwerb der Hochschulreife

Die Zuwendungen können zum Beispiel Kosten für Bildungsmaßnahmen, Lernmittel, Unterkunft, Lebensunterhalt, Nachhilfeunterricht sowie Beglaubigung und Anerkennung von Vorbildungsnachweisen umfassen. Alle Details finden Sie in den Förderrichtlinien Garantiefonds Hochschule.

Informationen in weiteren Sprachen können hier aufgerufen werden.

Vorlesen und Erzählen mit Flüchtlingskindern

Das bundesweite Programm "Lesen bringt uns weiter. Lesestart für Flüchtlingskinder" hat in der neuen Broschüre "Vorlesen und Erzählen mit Flüchtlingskindern" Praxistipps für ehrenamtliche Vorleserinnen und Vorleser zusammengestellt. Die Broschüre enthält Ratschläge zu folgenden Themen:

  • Die eigene Rolle finden und vermitteln
  • Der richtige Umgang mit traumatisierten Kindern
  • Interkulturelles Miteinander
  • Umgang mit Sprachenvielfalt
  • Gestaltung des Vorleseangebots
  • Geschichten zum Leben erwecken
  • Auflockerung mit spielerischen Elementen
  • Das geeignete Buch finden

Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden.

Die Dolmetsch-Hotline "Telefon-Joker"

Für manche Geflüchtete gestaltet sich der Alltag aufgrund fehlender Sprachkenntnisse noch schwierig. Die Dolmetsch-Hotline "Telefon-Joker" schafft schnelle Abhilfe und erleichtert die Kommunikation von Neuzugewanderten. Profitieren davon können auch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Unter der Nummer 01806-565370-1 vermitteln Übersetzerinnen und Übersetzer auf Arabisch, unter 01806-565370-2 auf Persisch. Die Hotline ist montags bis freitags von 13-16 Uhr erreichbar. Die Kosten liegen pro Anruf bei 20 Cent aus dem deutschen Festnetz und 60 Cent aus dem deustchen Mobilfunknetz. "Telefon-Joker" hat den Vorteil, dass unerwartet auftretende Verständigungsprobleme schnell behoben werden können. Telefon-Joker ist ein Projekt der Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e.V. (ISA e. V.) und wird durch das Land Brandenburg sowie das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert.

Für länger planbare Termine bei Behörden oder Ärzten kann auf konventionelle Sprachmittlung des Gemeindedolmetscherdienstes Brandenburg von ISA e. V. zurückgegriffen werden.

IGEL – Integration gelingt

Viele geflüchtete arbeitssuchende Eltern und Alleinstehende müssen sich nicht nur die Sprachkenntnisse aneignen, sondern auch im neuen Alltag ankommen. Arbeitssuchende Eltern und Alleierziehende müssen bei Ämterwegen oder der Jobsuche oftmals ihre Kinder mitnehmen. Das Programm "IGEL – Integration gelingt " der Nestor Bildungsinstitut GmbH bietet dieser Zielgruppe gezielte und vielfältige Unterstützungsmaßnahmen an, die Eltern entlasten und die Aufnahme einer Berufstätigkeit erleichtern.

Zu den Programminhalten zählen unter anderem Bewerbungstraining, fachpraktische Erprobung zur Berufsorientierung, berufsbezogene Kenntnisvermittlung, Kommunikationstraining, Computerkurs und Deutsch als Fremdsprache und Sozialarbeit "Die Stärken von IGEL liegen neben der Kompetenz unserer Jobcoaches und Integrationsbegleiterinnen und -begleiter  in der individuellen Zielsetzung, die persönliche Lebenssituationen berücksichtigt", sagt Dana Max, die Verantwortliche der Nestor Bildungsinstitut GmbH am Standort in Oranienburg.  "Seit dem Programmstart im Jahr 2015 haben wir 200 Erwachsene mit und ohne Migrationshintergrund und 92 Kinder und Jugendliche betreut. Bislang ist es uns gelungen, 48% der Teilnehmenden in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu vermitteln, Bildung oder Ausbildung", so Frau Max weiter.

Eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche berufliche Eingliederung der Eltern ist eine gute Kinderbetreuung, die IGEL mit der Hausaufgabenbetreuung und integrativer Projektarbeit gewährleistet.

Das Programm wird vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Der Schulungsort befindet sich in den Räumlichkeiten des Trägers Nestor Bildungsinstitut GmbH in der Andrè-Pican-Straße 39a, 16515 Oranienburg statt.  

Ausführliche Informationen zum Programm, den Ansprechpartnern und den Kontaktinformationen finden Sie hier.

Ausstellung und Workshops zu Sichtweisen junger Migrantinnen und Migranten auf ihre zweite Heimat Brandenburg

Das Projekt "Einstieg Oberhavel" ist seit 2015 im Norden des Landkreises aktiv und am Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum angesiedelt, wo es junge Menschen mit schwierigen Ausgangsbedingungen auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf unterstützt. Seit 2017 wird es ergänzt durch das Projekt „Beruf und Integration im ländlichen Raum“, das Begegnungen zwischen jungen Menschen aus der Region und Jugendlichen mit Fluchthintergrund fördert. Die DGB-Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin und Forum Arbeit e. V. sind die Träger dieser Angebote. Landkreis Oberhavel unterstützt die Projekte bei der Umsetzung der Ziele. 

Für Dezember organisieren "Einstieg Oberhavel" und „Beruf und Integration im ländlichen Raum“ zusammen mit Jugendlichen die Ausstellung "Heimat Brandenburg". Die Bildungskoordination sprach mit der Leiterin des Projekts "Einstieg Oberhavel", Dr. Martina Panke über die Ausstellung.

Frau Dr. Panke, welche Werke werden bei der Ausstellung "Heimat Brandenburg" präsentiert?

Dokumentiert werden sollen sowohl die Perspektive junger Migrantinnen und Migranten als auch die Erfahrungen von jungen Erwachsenen, die in der Region aufgewachsen sind: Es geht um Arbeiten und Leben im Landkreis, um die Bedingungen im ländlichen Raum, um Lebenssituationen und Zukunftsvorstellungen junger Erwachsener verschiedener Herkunft.

Wie entstand die Idee für diese Ausstellung?

Wir arbeiten seit 2015 am Georg Mendheim-Oberstufenzentrum mit Auszubildenden, Schülerinnen und Schülern sowie Teilnehmenden von Maßnahmen wie „Berufsvorbereitung“ und „Berufsgrundbildung“ und wir lernen viele junge Erwachsene durch unsere Kooperationspartner kennen. Seit 2016 sind auch junge Menschen mit Fluchthintergrund dabei. Wir haben diese jungen Leute nicht nur beraten, in Praktika vermittelt und auf die nächsten Schritte in Arbeit und Beruf vorbereitet, sondern auch besondere Anstrengungen darauf verwandt, Einheimische und Zugewanderte einander ein Stück weit näher und in Kontakt zu bringen. Was wir dabei immer beobachtet haben: Die Erfahrungen, Lebensbedingungen und Probleme dieser jungen Menschen werden öffentlich kaum wirklich wahrgenommen. Und das gilt für Einheimische und Zugewanderte gleichermaßen. Wer kennt schon die Lebensbedingungen und Schwierigkeiten, mit denen junge Flüchtlinge zu kämpfen haben, aus deren Sicht? Aber genauso gilt: Wer kennt schon das Leben von angehenden Verkäuferinnen und Verkäufern, Handwerkerinnen und Handwerkern, Absolventinnen und Absolventen verschiedener Übergangsmaßnahmen, die im ländlichen Raum aufgewachsen sind? Sie alle müssen einen (ihren) Weg in die Zukunft finden – auch, wenn der Bus nicht fährt.

Was wird die Ausstellung beinhalten?

Die Ausstellung präsentiert kurze Texte aus Interviews mit den beteiligten jungen Erwachsenen sowie Fotos und Fotocollagen, die Jugendliche zusammen mit professionellen Fotografen und Fotografinnen erarbeitet haben. Die Interviews behandeln die Fragen: Wie sehe ich mein Leben im ländlichen Brandenburg? Was ist für mich schön, was ist schwierig? Was ist mir in meinem Leben wichtig? Wie sehe ich meine Zukunft – hier oder woanders? Für die Eröffnung am 09.12.2019 in Zehdenick wird eine professionelle Schauspielerin mit einer Gruppe eine szenische Lesung aus diesen Texten vorbereiten – hier treten dann Jugendliche und junge Erwachsene selbst auf die Bühne.

Was erhoffen Sie sich von der Ausstellung?

Wir bringen die Lebensbedingungen und Lebensentwürfe von jungen Menschen zur Sprache, die oft in Stereotypen wahrgenommen und denen Vorurteile entgegen gebracht werden. Wir wollen mit der Ausstellung dazu beitragen, Unkenntnis und Vorurteile zu überwinden, indem wir das Leben in der Region aus der Perspektive dieser jungen Leute vorstellen – so vielfältig und unterschiedlich wie ihre Sichtweisen sind.  

Im Rahmen der Vorbereitung auf die Ausstellung finden in den Herbstferien Workshops statt, an  denen sich Jugendliche beteiligen können. Womit werden sich die Workshopteilnehmenden beschäftigen? Können sich Interessierte noch anmelden?

Eine Gruppe wird sich mit der künstlerischen Gestaltung der Ausstellung befassen – wir wollen, dass die Beteiligten auch die Auswahl der Bilder und Texte mitgestalten. Aber wir haben noch mehr vor: Eine bildende Künstlerin, mit der wir seit langem zusammenarbeiten, wird mit Jugendlichen einen weiteren Ausstellungsbeitrag erarbeiten - ein Bild von sich selbst, als Maske.

Für die Mitarbeit an diesem Masken-Projekt können Interessierte gern noch einsteigen. Es sind noch Anmeldungen möglich: Der Workshop findet vom 17.10. bis zum 20.10.2019 in der DGB-Jugendbildungsstätte in Flecken Zechlin statt und ist kostenfrei. Bei Interesse bitte melden, wir freuen uns! (martina.panke@dgb-jbs.de, 0171 4406462 oder uwe.flock@dgb-jbs.de, 0152 24393014).

Vielen Dank für das Gespräch!

Im Rahmen der Ausstellung wird "Einstieg Oberhavel" vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und der EU gefördert. Das Projekt „Beruf und Integration im ländlichen Raum“ erhält im Rahmen des Programms "Demokratie leben" eine Förderung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

LEB e. V. in Hennigsdorf startet integrationsbegleitende Kinderbetreuung bei Sprachkursen

Die Ländliche Erwachsenenbildung e. V. (LEB e. V.) in Hennigsdorf bietet seit dem 23.09.2019 erstmalig Sprachkurse mit der integrationsbegleitenden Kinderbetreuung an. Alle Teilnehmenden von Alpha-, Zweitschriftlerner- sowie allgemeinen Integrationskursen haben die Möglichkeit, die Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen. Das Konzept vom LEB e. V. entsprach den "Mindestanforderungen des Landkreises Oberhavel an integrationsbegleitende Kinderbetreuung im Rahmen von Sprachkursen" und wurde vor Kurzem genehmigt. Die Betreuung durch qualifiziertes Personal findet in kindgerecht eingerichteten Räumen statt. Betreut werden Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren.

Informationen zu den Deutsch-Sprachkursen von LEB e. V. finden Sie hier.

"Neuzugewanderte Familien können von den Kursangeboten des Eltern-Cafés in Oranienburg profitieren"

Viele Neuzugewanderte sind auf neue Kontakte sowie Bildungs- und Freizeitangebote angewiesen. Der Eltern-Kind-Treff (EKT) bietet ein sehr breit gefächertes Angebot für Familien in Oranienburg. Die Bildungskoordination sprach mit Martin Lehnart, dem Leier des Eltern-Kind-Treffs, über sehr vielfältige Familienunterstützung der Begegnungsstätte.

1. Für wen steht das Eltern-Café in der Kitzbüheler Straße 1 offen?

Der Eltern-Kind-Treff (EKT) ist eine am Gemeinwesen orientierte Begegnungsstätte für Familien der Stadt Oranienburg und bietet Familienunterstützung im weitesten Sinne an. Mittels Angeboten, Kursen, Projekten, Vorträgen, Workshops und Sonderveranstaltungen soll das „Familie(n)leben“ gestärkt werden. Vorrangig werden daher Angebote geschaffen, die darauf abzielen, die Freizeit gemeinsam zu verbringen beziehungsweise zu gestalten. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern werden niederschwellige Angebote zu den Themenbereichen Beratung, Bildung, Ernährung, Gesundheit, Musik, Kunst, Kultur und Sport realisiert. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung des Eltern- Kind- Verhältnisses und die Förderung der Familie mit Kindern (bis zwölf Jahre).

2. Wie können Mitarbeitende Ihrer Einrichtung Eltern in schwierigen Situationen unterstützen?

Unser Angebot für Familien ist sehr breit. Das Schöne daran ist, dass so alle Besucherinnen und Besucher etwas für sich finden können. Sie haben hier die Möglichkeit, mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt zu treten und Anschluss zu finden. Meist hilft es schon, ein ungezwungenes Gespräch mit Gleichgesinnten zu führen und sich dadurch gemeinsam zu stärken. Das ist es im Besonderen, was eine Begegnungsstätte ausmacht. Darüber hinaus haben wir für die individuellen Problemlagen der Familien gern ein offenes Ohr.

Bei Bedarf kann auch ein Beratungstermin vereinbart werden, in dem wir uns im Einzelgespräch mit den Themen auseinandersetzen können. Wir sind breit vernetzt mit Beratungsstellen, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen oder auch weiteren Netzwerken der Familienhilfe in Oranienburg und Umgebung. Passende Literatur und Informationsmaterial kann man sich bei uns auf Nachfrage ausleihen. Wir sind auch immer gern bereit, Informationsabende zu konkreten Themen zu organisieren. Sprechen Sie hierfür unser Team an und geben uns Anregungen, was Sie beschäftigt und interessiert.

3. Wie können neuzugewanderte Familien von den Angeboten des Eltern-Cafés profitieren?

Als familienorientierte Begegnungsstätte bieten wir in unserem offenen Eltern-Café vor allem die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, die verschiedensten Menschen kennenzulernen und gemeinsam den Nachmittag zu verbringen. Das schult zum einen die Sprache und trägt auch zu einem guten Miteinander bei. Wir sind weitläufig mit Beratungsstellen und anderen Angeboten in Oranienburg vernetzt, die sich insbesondere auf die Bedürfnisse neuzugewanderter Familien spezialisiert haben und können die Eltern breit vermitteln. Neuzugewanderte Familien können ebenso, wie alle anderen, an unseren Kursangeboten teilnehmen. Bei den regelmäßigen Kreativangeboten während des Eltern-Cafés, können die Familien viele einfache Anregungen zum gemeinsamen Gestalten und Basteln für zu Hause mitnehmen. Unsere große Spielecke hält viele Spielmöglichkeiten für die Kinder bereit und die Eltern können sich etwas entspannen.

4. Die pädagogischen Kräfte des Eltern-Kind-Treffs betreuen die Schülerinnen und Schüler bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben. Welche methodischen Ansätze werden dabei verfolgt und welchen Nutzen können dabei die Eltern ziehen?

Die pädagogischen Fachkräfte des Eltern-Kind-Treffs bieten für Schulkinder die Möglichkeit an, bei der Erledigung der Hausaufgaben zu unterstützen, und können darüber hinaus auch Nachhilfe mit bestimmten Unterrichtsschwerpunkten in Anspruch nehmen. In der Regel sind schlechte schulische Leistungen der Grund zur Nachhilfe zu gehen, die Ursachen dafür können jedoch vielfältig sein. Daher ist unser pädagogisches Anliegen, eine ganzheitliche Form der Nachhilfe zu schaffen, also zu einer positiven Lernatmosphäre beizutragen, die ein Lernen leichter ermöglich. Die Eltern sitzen nicht mit beim Nachhilfeangebot, sondern haben Zeit um einen Kaffee zu trinken.

Für Kinder, die bald eingeschult werden, jedoch noch Probleme mit der deutschen Sprache haben, ist unser Vorschulangebot genau das Richtige. Hier werden in Kleingruppen spielerisch und altersgerecht sowohl Sprache als auch Motorik gefördert. Dieses Angebot dauert circa 30 bis 45 Minuten mit kleineren Pausen.

5. Das Team des Cafés hat sich auf digitale Medien als Schwerpunktthema spezialisiert. Welche Hilfestellung kann Ihr Team den Besucherinnen und Besuchern bei diesem schwierigen Thema leisten?

Zunächst einmal ist das Eltern-Café losgelöst vom Gesprächscafé „Medienfit durchs Kinderzimmer“ zu betrachten. Das Gesprächscafé findet samstags am Vormittag statt und hat zum Ziel, an einigen aufeinanderfolgenden Terminen für Eltern relevante Medienthemen aufzugreifen, zu besprechen und zu diskutieren. Im Rahmen des Gesprächscafés geben wir Hinweise zu medienerzieherischen Fragestellungen sowie Handlungsempfehlungen zum kindgerechten Umgang mit Medien. Die Eltern können Erfahrungen austauschen und lernen einige neue Methoden hinzu, wie sie ihr Kind bei der Entdeckung der umfangreichen Medienwelt begleiten können. Außerdem ist es möglich, einen Termin für eine Einzelberatung zu vereinbaren. Wenn sich gleich mehrere Interessierte zu einem konkreten Thema finden, kann auch ein Informationsabend organisiert werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Ausführliche Information zu den Angeboten des Eltern-Kind-Treffs finden Sie hier.

"Gelebte Integration kommt in unserer Gesellschaft an"

Unter dem Motto "Zusammen (er)leben, Zusammen wachsen" führten der Verein Bürgersinn Glienicke e.V. mit den ehrenamtlich Engagierten der Initiative "Willkommen in Glienicke/Nordbahn" sowie mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung Glienicke/Nordbahn zwei Exkursionen durch. Die Bildungskoordination sprach mit Frau Tanja Seyboldt und Herrn Ulrich Berend vom Bürgersinn Glienicke e.V. über die Exkursionen, an denen einheimische und neuzugewanderte Glienickerinnen und Glienicker teilgenommen haben.

Frau Seyboldt, Herr Berend, unter dem Motto "Zusammen (er)leben, Zusammen wachsen" führten Sie mit dem Verein Bürgersinn Glienicke e.V., den ehrenamtlich Engagierten der Initiative "Willkommen in Glienicke/Nordbahn" sowie der Gemeindeverwaltung Glienicke/Nordbahn zwei Exkursionen durch.  Am 20.07.2019 war Ihre Gruppe im Germendorfer Zoo unterwegs, am 10.08.2019 besuchte die Gruppe das Schiffshebewerk Niederfinow mit einer Schifffahrt durch das Schiffshebewerk. Wer nahm an den beiden Exkursionen teil?

Neben den durch die Initiative betreuten Geflüchteten, nahmen interessierte Glienicker Bürgerinnen und Bürger an diesen Ausflügen teil. Dabei waren Alter und/oder Herkunft vollkommen unerheblich. Wichtig für uns war die Neugier auf Mitmenschen und die Freude auf Neues, eben das Interesse an diesen zwei erlebnisreichen Exkursionen.

Welchen Beitrag können diese Exkursionen zur Integration Geflüchteter sowie zu deren gesellschaftlicher Teilhabe beitragen und weitere Frage: inwieweit können einheimische Glienicker Bürger von den Ausflügen profitieren?

Zunächst einmal sind die bei uns in Wohnungen lebenden Geflüchteten Glienicker Bürgerinnen und Bürger. Wir differenzieren hier nicht, denn die Geflüchteten sind schon seit mehreren Jahren in Glienicke ansässig, können bei Bedarf auf unsere Unterstützung zählen. Im Vergleich haben sie sich schon gut integriert. Ziel der Exkursionen war daher, neben dem gesellschaftlichen Miteinander, das gegenseitige Kennenlernen, das gemeinsame Erleben, kurz und gut, wir haben das Motto der diesjährigen Interkulturellen Woche „Zusammen leben, zusammen wachsen im Landkreis Oberhavel“ ernst genommen und für uns und die Gemeinde Glienicke/Nordbahn umgesetzt. Bei beiden Ausflügen haben insgesamt mehr als achtzig Personen teilgenommen, und bei der Planung wussten wir nicht, was uns vor Ort mit einer solchen heterogenen Gruppe erwartet. Aber Mimik, Gestik, Fragen und auch Kommentare Außenstehender, gerade bei den Begegnungen an den Orten unserer Exkursionen, machen uns Hoffnung, dass die Menschen und gelebte Integration in unserer Gesellschaft ankommen.

An dieser Stelle bedanken wir uns ausdrücklich beim Land Brandenburg und dem Landkreis Oberhavel für die finanzielle Unterstützung und bei der Gemeinde Glienicke für die materielle und personelle Unterstützung. Denn ohne diese Hilfen wären diese oder auch andere unserer Integrationsprojekte nicht möglich.

Das Besondere an den Ausflügen ist, dass die Teilnehmenden von einem professionellen Filmteam begleitet werden. Welches Ziel verfolgte das Filmteam?

Wie schon im vergangenen Jahr, als das Thema „Heimat“ erfolgreich und unter großer positiver Resonanz der Glienicker Bevölkerung visualisiert wurde, wird in diesem Jahr der Versuch unternommen, das Motto der Interkulturellen Woche 2019 in einer gleichnamigen Multivisionsschau zu visualisieren. Sie soll Dinge zeigen, die entstehen können, wenn man sich aufeinander zubewegt und bei dem Anderen für sich und seine Herkunft Interesse weckt, auf dass etwas Neues und Größeres sich daraus entwickeln kann. Das Filmteam begleitete die Gruppe an, für sie unbekannte Orte und nahm Empfindungen und Reaktionen live und vor Ort auf.

Wann und wo wird die multimediale Foto- und Filmprojektion (Multivisionsschau) zu sehen sein?

Die Gemeindeverwaltung Glienicke/Nordbahn richtet zusammen mit uns die Abschlussveranstaltung der Interkulturellen Woche hier in Glienicke aus. Die Veranstaltung findet am 27.09.2019 in der Aula des Neuen Gymnasiums in Glienicke/Nordbahn statt. Hier wird nicht nur die Multivisionsschau zu sehen sein, sondern auch unser anderes Projekt im Rahmen der Märchenwoche, das Projekt „Kalif Storch“.

Vielen Dank für das Gespräch!

"Von den auszubildenden Geflüchteten geht eine besonders hohe Motivation aus"

Am 15.07.2019 wurde das Gesetz über Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung im Bundesgesetzblatt verkündet. Das Gesetz ist Teil des umfassenden Migrationspaktes und tritt am 1. Januar 2020 in Kraft. Die Bildungskoordination sprach mit Constantin Bräunig vom "Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge" über das neue Gesetz sowie mögliche Fördermaßnahmen für auszubildende Geflüchtete in den Unternehmen.

Constantin Bräunig, Projektreferent des Netzwerks Unternehmen integrieren Flüchtlinge

© Viktor Strasse/ Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge

Herr Bräunig, die Regelungen zur Ausbildungsduldung haben ja bereits bestanden. Was ändert sich mit dem neuen Gesetz und warum wurde die Überarbeitung erforderlich?

Die Regelungen zur Ausbildungsduldung werden in einen eigenen Paragrafen überführt. Die Anpassungen sind eine Reaktion auf die Erfahrungen, die seit der Einführung vor ca. drei Jahren mit der Ausbildungsduldung gemacht wurden. Insbesondere die unterschiedlichen Auslegungen von Bundesland zu Bundesland und von Ausländerbehörde zu Ausländerbehörde wurden immer wieder beanstandet. Dies ist bspw. mit einer Konkretisierung des Begriffs „aufenthaltsbeende Maßnahmen“ versucht worden. Es gibt einige Erleichterungen, aber auch Verschärfungen der bisherigen Regeln:       

  • Die Ausbildungsduldung wird auch auf sogenannte Helfer- und Assistenzberufsausbildungen ausgeweitet, sofern die sich anschließende qualifizierte Berufsausbildung angeschlossen und zugesagt wird.
  • Es wird eine dreimonatige Vorduldungsfrist eingeführt. Dies bedeutet, dass eine Ausbildungsduldung frühestens beantragt werden kann, wenn der oder die angehende Auszubildende mindestens drei Monate im Besitz einer regulären Duldung nach AufenthaltG §60a gewesen ist. Dies gilt nicht, wenn die Ausbildung schon während des laufenden Asylverfahrens begonnen wurde.
  • Die Ausbildungsduldung kann nun (bundeseinheitlich) frühestens sechs Monate vor Ausbildungsbeginn erteilt und maximal sieben Monate vor Ausbildungsbeginn beantragt werden.
  • Wird die Ausbildung abgebrochen, muss die Bildungseinrichtung (bei einer dualen Ausbildung der Ausbildungsbetrieb) nun innerhalb von zwei Wochen (früher eine Woche) der Ausländerbehörde den Abbruch der Ausbildung melden.
  • Die Versagensgründe wurden konkreter ausdefiniert. So kann beispielsweise das erste Beratungsgespräch zur freiwilligen Rückkehr nach der Ablehnung des Asylantrags oder die Aufforderung zur Passbeschaffung nicht mehr als aufenthaltsbeende Maßnahme gewertet werden. Die genauen Details finden Sie in unserem Infopapier.

Eine Ausbildung schafft für junge Neuzugewanderte Lebensperspektiven und hilft bei der Integration. Inwieweit können Unternehmen von den neuzugewanderten Auszubildenden profitieren?

Viele unserer Mitgliedsunternehmen berichten uns, dass sie durch die Ausbildung von Geflüchteten nicht nur ihrer sozialen Verantwortung für ihre Region nachkommen, sondern auch Ausbildungsplätze besetzen konnten, die in den letzten Jahren aufgrund von Bewerbermangel immer öfter leer geblieben waren. So haben sich Betriebe gerade in Regionen mit geringer Arbeitslosenquote und/oder hohem Fachkräftemangel besonders eingesetzt und hier viele positive Erfahrungen gemacht. Dazu zählt auch, dass oftmals eine besonders hohe Motivation von den Geflüchteten ausgeht, die sich auch auf den Rest der Belegschaft überträgt. Dazu bringen Menschen aus anderen Kulturkreisen oftmals auch eine neue Sichtweise mit, die einen Dinge anders einschätzen lässt oder auch dabei hilft, einen neuen Kundenstamm für sich gewinnen zu können.

Welche Förderprogramme bzw. -Maßnahmen zur beruflichen Orientierung unterstützen zurzeit die jungen Neuzugewanderten beim Ausbildungseinstieg?

Geflüchteten in Ausbildung stehen – abhängig vom Aufenthaltsstatus – alle Fördermittel zur Verfügung, die auch deutschen Azubis unter die Arme greifen, wenn sie Probleme in der Ausbildung haben. Zur Orientierung vor der Ausbildung hat sich besonders die Einstiegsqualifizierung bewährt, ein einjähriges, gefördertes Praktikum, in dem bereits auch die Berufsschule besucht werden kann. Während der Ausbildung können die ausbildungsbegleitenden Hilfen, die assistierte Ausbildung und auch die Berufssprachkurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus gibt es das Projekt „VerA“ – Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen des Senior Expert Services, bei dem Senioren im Rahmen von Tandems die jungen Menschen begleiten und bei Schwierigkeiten während der Ausbildung unterstützen.

Wichtig ist, dass diese Fördermöglichkeiten – falls nötig – möglichst frühzeitig in Anspruch genommen werden und nicht erst kurz vor der Prüfung, dann ist es meist schon zu spät. Hierfür ist auch eine offene und ehrliche Kommunikation mit den Azubis wichtig.

Auf welche Weise kann die Integration von geflüchteten Auszubildenden in Unternehmen erleichtert werden?

Die Unternehmen sollten sich vorbereiten, dass die Ausbildung von Geflüchteten auch immer mit etwas mehr Aufwand verbunden sein könnte. Sprachliche Hürden, überwältigende neue Eindrücke und das oftmals völlig unbekannte duale Ausbildungssystem können zu Beginn überfordernd sein. Gerade hierbei kann die Einstiegsqualifizierung ein sehr gutes Mittel sein. Und wenn sich der oder die Auszubildende gut schlägt, kann die Ausbildung dann direkt im zweiten Lehrjahr begonnen und das Jahr in der EQ angerechnet werden. Außerdem ist es sinnvoll, bei Schwierigkeiten die vorhandenen Fördermöglichkeiten frühzeitig in Anspruch zu nehmen und hier auch die jungen Menschen so gut es geht zu unterstützen. Hier haben sich oft auch Patenmodelle zwischen Azubis als sehr hilfreich erwiesen.

Bei sprachlichen Herausforderungen können auch die Berufssprachkurse des BAMF ausbildungsbegleitend in Anspruch genommen werden. Hier kann der Betrieb durch einen Kostenbeitrag (2 Euro/Unterrichtseinheit) oder beispielsweise die Möglichkeit geben, zwei Stunden pro Woche während der Ausbildungszeit als Lernzeit einzurichten und hier auch für Fragen zur Verfügung zu stehen.

Darüber hinaus können auch die interkulturellen Unterschiede für Missverständnisse sorgen. Hier ist es wichtig, sich und die Belegschaft im Vorfeld dafür ein wenig zu sensibilisieren und auf alle Rücksicht zu nehmen. Dann ist es in der Regel ein Mehrwert und kein Problem.

Die Erfahrung der meisten Unternehmen zeigt aber: Mit Geduld, gegenseitigem Respekt und Verständnis kann die Ausbildung von Geflüchteten erfolgreich gestaltet werden und unsere Mitgliedsunternehmen sagen: Es lohnt sich – packen Sie es an!

Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge

Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge – eine Initiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertages – unterstützt Betriebe aller Größen, Branchen und Regionen, die geflüchtete Menschen beschäftigen oder sich ehrenamtlich engagieren wollen. Die Initiative wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. "Die Kurzübersicht Migrationspaket", in der das Netzwerk u.a. die Neuregelungen zur Beschäftigung und Ausbildung Geflüchteter darstellt, kann hier heruntergeladen werden.

Migrationspaket der Bundesregierung: Zugang zur Sprachförderung für Gestattete, Förderung von Auszubildenden und Studierenden, Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung

Mit dem Ausländerbeschäftigungsförderungsgesetz (in Kraft getreten am 01.08.2019) ergeben sich Änderungen für Asylbewerberinnen und Asylbewerber beim Zugang zu den Integrationskursen. Dies gilt wie bisher für Gestattete mit guter Bleibeperspektive sowie neu für arbeitsmarktnahe Gestattete mit unklarer Bleibeperspektive, wenn sie vor dem 01.08.2019 eingereist sind und sich seit mindestens drei Monaten gestattet in Deutschland aufhalten. Bei den Arbeitsmarktnahen handelt es sich um Personen, die bei der Agentur für Arbeit ausbildungssuchend, arbeitssuchend oder arbeitslos gemeldet, beschäftigt beziehungsweise in betrieblicher Berufsausbildung sind oder in einer Einstiegsqualifizierung, in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme oder in der ausbildungsvorbereitenden Phase der Assistierten Ausbildung gefördert werden.

Geduldete können zudem nach sechs Monaten geduldetem Aufenthalt Zugang zu Berufssprachkursen erhalten, wenn sie arbeitsmarktnah sind. Für diese Gruppe werden Berufssprachkurse auch unterhalb des Sprachniveaus B1 durchgeführt, da sie bislang keinen Zugang zu Integrationskursen hatte.

Mit dem dritten Gesetz zur Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes (bislang noch nicht im Bundesgesetzblatt veröffentlicht) wird die "Förderlücke" für Asylbewerberinnen und Asylbewerber sowie Geduldete in Ausbildung geschlossen, die bislang aus finanziellen Gründen zu Ausbildungs- und Studienabbrüchen geführt hatte. Asylbewerberinnen und Asylbewerber können nun während einer Berufsausbildung oder eines Studiums durchgängig Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen.

Mit dem Gesetz über Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung, das am 01.01.2020 in Kraft tritt, wurden Voraussetzungen für den Erwerb einer Duldung und eines Aufenthalts bei Ausbildung und Beschäftigung vereinfacht. Mit der veränderten Ausbildungsduldung und neu eingeführten Beschäftigungsduldung soll mehr Rechtsklarheit und Rechtssicherheit für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie gut integrierte Geduldete erreicht werden.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat alle Änderungen in einem Faktenpapier Migrationspaket zusammengefasst. Klicken Sie hier, um die Webseite mit dem Faktenpapier zu öffnen.

Zwei Oberhaveler unter 150 START-Stipendiatinnen und –Stipendiaten bundesweit

Unter ihren bundesweit 150 Neu-Stipendiatinnen und –Stipendiaten befinden sich nach Auskunft der START-Stiftung in diesem Jahr zwei Oberhaveler. Wie Stiftungsmitarbeiterin Kerstin Risse mitteilte, hätten außerdem vier weitere Bewerberinnen und Bewerber aus dem Landkreis die Zwischenrunde erreicht.

Bei der START-Stiftung handelt es sich um eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Die jährlich vergebenen START-Stipendien fördern nach Auskunft der Stiftung "herausragende junge Menschen mit Migrationserfahrung, denen die Zukunft unserer Demokratie am Herzen liegt".

Im Rahmen des dreijährigen Bildungs- und Engagementprogramms besuchen die Stipendiatinnen und Stipendiaten Veranstaltungen und Seminare zu fachlichen Themen und Zukunftsfragen und werden durch Landeskoordinatoren und -koordinatorinnen betreut. Auch durch die Finanzierung von Büchern, Schulmaterialien, Workshops, Internetgebühren und weiteren Bildungsmaßnahmen sollen Potenziale und die persönliche Entwicklung der geförderten Schülerinnen und Schüler entfaltet werden.

Eine Bewerbung in den Monaten Februar und März eines jeden Jahres ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden: In Frage kommen Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, die selbst oder deren Mutter oder Vater nach Deutschland zugewandert sind, die aktuell mindestens die 9. Klasse besuchen, mindestens drei weitere Jahre auf eine allgemein- oder berufsbildende Schule gehen werden und Deutsch mindestens auf dem Niveau GER-B1 beherrschen.

Insgesamt werden in den nächsten drei Jahren sieben brandenburgische Stipendiatinnen und Stipendiaten des Bewerbungsjahrgangs 2019 gefördert. Außerdem befinden sich derzeit fünf weitere Oberhaveler Schülerinnen und Schüler aus den Auswahlrunden 2017 und 2018 im Stipendienprogramm.

In Zusammenarbeit mit Oberhaveler Schulen hat die Bildungskoordination Schülerinnen und Schüler auf die Förderung der START-Stiftung aufmerksam gemacht. Wir gratulieren den beiden Neuzugängen in der START-Community und wünschen eine bereichernde Zeit!

Verbraucherzentrale Brandenburg mit mehrsprachigem Beratungsangebot für Neuzugewanderte

Neuzugewanderten sind die Gefahren des Konsumalltags oft nicht bewusst. Für sie hat die Verbraucherzentrale Brandenburg ein mehrsprachiges Beratungsangebot ins Leben gerufen, um deren Kompetenz als Verbraucher zu stärken. Das Vorhaben wird vom Landesministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz gefördert. In den Beratungsgesprächen stehen Themen auf dem Programm, mit denen Neuzugewanderte in ihrem Alltag besonders oft konfrontiert sind. Dazu zählen zum Beispiel Mobilfunkverträge, Abschlüsse ungewollter Verträge, "Abofallen" und "Abzocke im Internet", Abmahnungen wegen illegaler Downloads, unseriöse Anbieter von Kreditkarten und Kreditvermittlung im Internet sowie hohe Strom- und Energiekosten in der ersten Wohnung.

Neben der Beratung führt die Verbraucherzentrale Vorträge und Workshops für Migrantinnen und Migranten durch, schult Multiplikatoren und stellt mehrsprachige Informationsbroschüren zur Verfügung. Die Vorträge und Workshops werden in einfacher Sprache und mit Sprachmittler*innen vor Ort angeboten. Bei Interesse können Sie die Verbraucherzentrale per E-Mail unter willkommen@vzb.de kontaktieren.

Detaillierte Informationen zum Verbraucherschutz für Neuzugewanderte finden Sie unter https://www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/migranten

In der Infothek werden Verbraucherrechte einfach erklärt: https://www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/infothek

Mehrsprachige Checklisten zu unterschiedlichen Verbraucherschutzthemen können unter folgendem Link aufgerufen werden https://www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/migranten/mehrsprachige-checklisten-26301  

Tipps und Themen für Flüchtlingshelferinnen und –helfer sind hier zu finden https://www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/fluechtlingshilfe/tipps-fuer-helfer

"Kochen über den Tellerrand" – Interkultureller Austausch im Haus der Möglichkeiten in Leegebruch

Das “Haus der Möglichkeiten“ in Leegebruch ist laut eigener Webseite ein "kulturelles und künstlerisches Zentrum für alle Bürgerinnen und Bürger – unabhängig von Alter, sozialem Hintergrund und Herkunft". Neben Spielenachmittagen, Sport- und Deutschkursen finden hier auch regelmäßig interkulturelle Kochveranstaltungen statt.

Dazu gehört das integrative Erfolgskonzept "Kochen über den Tellerrand", das Menschen unterschiedlicher Herkunft verbindet und voneinander lernen lässt. Susanne Grätsch begleitet die seit 2015 stattfindenden Treffen von Beginn an.

Für die Webseite der Bildungskoordination hat sie einen Rückblick zum Kochabend am 29. Juni verfasst und gibt so einen Vorgeschmack auf den im Rahmen der Interkulturellen Woche des Landkreises geplanten kulinarischen Themenabend "Kenia" am 28. September 2019 ab 16.00 Uhr, den dann eine kenianische Familie vorbereiten wird:

„In der Küche riecht es nach exotischen Gewürzen, wie Ingwer und Koriander. Ein bisschen Limette ist dabei und natürlich Kurkuma. I. [Namen im Folgenden von der Redaktion gekürzt] und seine Frau sind am Herd beschäftigt und braten Hühnerspieße, während sie den kochbegeisterten Teilnehmern Hinweise geben, was man beim "Pakistanisch Kochen" beachten sollte. „Wenn der Rauch aus der glühenden Kohle das Fleisch würzt, bekommt es noch einen viel edleren Geschmack“, bemerkt I. auf Englisch.

Grillspieße

© Grätsch

Die Küche im "Haus der Möglichkeiten" in Leegebruch ist voll mit neugierigen Mitköchinnen und Mitköchen aus aller Welt. Vorher wurde schon gemeinsam Paprika, Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer geschnippelt. Noch mehr Menschen sitzen im Hauptraum, der wie ein Café eingerichtet ist. Hier unterhält sich R. aus Syrien mit H. aus Deutschland. S. aus Kenia fachsimpelt mit J. aus Afghanistan über den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Kinder aus Deutschland, Kamerun, Pakistan und Kenia toben durcheinander. Es ist laut und bunt und alle warten, dass das Essen endlich fertig ist.

Bestimmt schon zum 20. Mal findet am 29. Juni das "Kochen über den Tellerrand" statt. Die Köchinnen und Köche kommen aus aller Herren Länder. Wir haben gelernt, dass in Kamerun Fleisch mit trockenem Fischpuder gewürzt wird und sich Maniok anfühlt wie Kaugummi. Das syrische Essen trifft unsere Geschmacksnerven sehr. Reis mit Rosinen und Curry, dazu Tabouleh, der Petersiliensalat, der mit Limette gewürzt wird – köstlich! Auch Russisch, Persisch, Afghanisch, Thailändisch und Palästinensisch hatten wir schon. Und auch Vegetarisch und Königsberger Klopse standen mal auf der Tagesordnung.

Die Herausforderung ist, dass man nie weiß, wie viele Menschen dabei sein werden. Mal sind es 20, mal 40. Manchmal reicht das Essen nur knapp für alle, an anderen Tagen nehmen alle noch viel mit nach Hause. Manche der Köchinnen und Köche sind regelmäßig dabei – man kennt sich und freut sich, sich wiederzusehen. Doch immer wieder kommen auch neue Besucherinnen und Besucher dazu. Es spricht sich herum, dass man hier nicht nur neue exotische Geschmacksrichtungen ausprobieren, sondern auch mehr über Land und Leute erfahren und spannende Menschen kennen lernen kann.

Pakistanisch Kochen

© Müller-Schwartz

Mittlerweile hat die Wartezeit ein Ende. Es kommt Bewegung in die Truppe. Die Sonne hat sich hinterm Haus zurückgezogen, also können die Tische rausgestellt und gedeckt werden. Eine lange Tafel entsteht mit Blick auf den Innenhof. 43 Besucherinnen und Besucher haben wir diesmal. Apfelsaft wird ausgeschenkt und dann flaniert jeder mit seinem Teller an der Essensausgabe vorbei. Ein Stück Hühnchen mit 

Tomaten-Curry-Sauce und Reis, dazu ein Hühnchenspieß mit grüner Sauce aus Minze, Koriander und Joghurt. Zum Nachtisch gibt es süßen Reis. Es schmeckt fantastisch. Ein Blick über die lange Tafel zeigt: Alle essen mit großem Appetit. Sogar für die Vegetarierinnen und Vegetarier wurde ein separates Gericht aus Kichererbsen gezaubert.

„Wann findet das nächste Kochen statt?“ fragt B. „Wir wollen unbedingt wieder dabei sein!“ Der nächste Termin ist nach der Sommerpause am 7. September geplant. Was gekocht wird, ist noch nicht klar. Aber dass es lecker wird, davon gehen wir aus.“

Informationsportale vermitteln Wissenswertes über das Leben in Deutschland

Aus Bundesmitteln werden zwei Informationsportale gefördert, die zum einen Hintergrundwissen über die Bundesrepublik vermitteln, zum anderen mit im Ausland kursierenden Gerüchten über das Leben in Deutschland aufräumen sollen. Zielgruppen sind in erster Linie Migrantinnen und Migranten. Aber auch hauptamtliche und ehrenamtliche Akteure, die im Bereich Integration tätig sind und sich täglich mit grundsätzlichen Fragen Neuzugewanderter zum Leben in Deutschland konfrontiert sehen, erfahren viel Wissenswertes.

"Tatsachen über Deutschland - Das Portal mit aktuellen Daten, Fakten und Informationen über Deutschland" bietet allen, die sich für Deutschland interessieren, in kompakter und leicht verständlicher Weise Informationen zu Staat und Politik, Wirtschaft, Umwelt, Bildung, Kultur, Gesundheit, Gesellschaft und Lebensart. Videos sowie Facebook-Nachrichten und Tweets der Informationsseite Deutschland.de sind in die Seite eingebettet. Das Portal ist in mehreren Sprachen verfügbar – neben allen offiziellen Sprachen der Vereinten Nationen (Englisch, Französisch, Arabisch, Russisch, Spanisch und Chinesisch) sogar auf Indonesisch und Ukrainisch. Am Ende der Seite kann ein Booklet mit Zahlen und Fakten in jeder der zur Verfügung stehen Sprachen entweder als E-Paper gelesen oder als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

Das andere Portal, "#rumours about germany. facts for migrants", richtet sich vorrangig an Personen im Ausland, die mit dem Gedanken spielen, nach Deutschland auszuwandern. Die Webseite ist ebenfalls mehrsprachig (Englisch, Französisch, Arabisch, Farsi, Dari, Tigrinya) angelegt und gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen, zum Beispiel "Wer genießt Bleiberecht in Deutschland und wer nicht?". Gleichzeitig warnt das Portal vor unsicheren Fluchtrouten oder Gerüchten, die von Menschenschmugglern verbreitet werden.

"Die meisten Jugendlichen berichten, dass sie kaum bis gar keinen Kontakt zu Menschen mit Fluchterfahrung haben" – Interview mit der Leiterin des Projekts "Menschen treffen Menschen"

Die Stiftung für Engagement und Bildung e. V. bringt mit dem Projekt "Menschen treffen Menschen" das Thema Flucht und Migration ins Klassenzimmer. "Menschen treffen Menschen" gibt Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 bis 12 die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit Menschen zu kommen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen mussten. Das Projekt gewann im vergangenen Jahr den dritten Platz des Integrationspreises Potsdam und erreichte bisher über 1.000 Schülerinnen und Schüler. Durch die Förderung des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg können die Workshops kostenlos angeboten werden.

Die Bildungskoordination sprach mit der Leiterin des Projekts, Marie Offermanns, über die Methodik und den Einfluss der Workshops auf die Jugendlichen.

Frau Offermanns, welchen Eindruck hinterlassen Gespräche mit den Geflüchteten bei den deutschen Jugendlichen?

Wir besuchen die Jugendlichen im Klassenraum und bieten ihnen einen offenen Raum für alle Fragen, die sie an jemanden haben, der die Erfahrung gemacht hat, sein Zuhause, seine gewohnte Umgebung und oftmals auch seine Familie hinter sich lassen zu müssen. Die meisten Jugendlichen berichten, dass sie kaum bis gar keinen Kontakt zu Menschen mit Fluchterfahrung haben. Viele der Schülerinnen und Schüler zeigen großes Interesse am Thema Flucht und Migration, aber sie wissen nicht mehr als das, was man im Fernsehen sieht: Überfüllte Schlauchboote und Tausende Menschen in Camps, die in Zelten übernachten. Die Gespräche mit den geflüchteten Teamern hinterlassen oftmals einen erkennbaren Eindruck bei den Jugendlichen und erzeugen Verständnis für ihre Situation.

Auf welchen Methoden basieren Ihre Workshops?

Unsere Projekttage wollen nicht nur Inhalte zu einem komplexen Thema vermitteln. Wir wollen den Schülerinnen und Schülern auch Workshops anbieten, die eine Abwechslung zum Schulalltag darstellen. Deshalb verwenden wir eine Vielzahl von Medien und Methoden. Ein Beispiel ist unser 4-Ecken-Quiz, das wir immer zu Beginn spielen. Dabei gehen wir auf ein paar grundlegende Fakten ein und erfassen das Vorwissen der Jugendlichen: "Wie viel Geld erhält ein Asylsuchender als staatliche Hilfe?" Und: "Wie viele Menschen hat Deutschland seit 2015 im weltweiten Vergleich aufgenommen?" Ein weiteres Beispiel ist das Simulationsspiel "auf der Flucht", in dem den Schülerinnen und Schülern auf spielerisch-didaktische Weise die Herausforderungen einer Flucht vermittelt werden.

Wie können die Workshopteilnehmenden ihr in den Workshops erworbenes Wissen im Alltag anwenden?

Die Basis unserer Workshops ist die Erarbeitung und Vermittlung von Inhalten zu Fluchtursachen und die Situation in Herkunftsländern, zu Fluchtwegen und Gefahren und Hürden auf der Flucht, sowie zu den Schwierigkeiten des Ankommens in Deutschland. Aufbauend darauf wird im Klassenraum diskutiert, was "denn eigentlich Integration ist" und welche Rolle die Aufnahmegesellschaft in diesem Prozess spielt. Ziel der Projekttage ist es, den Schülerinnen und Schülern die Komplexität des Begriffes zu vermitteln. Am Ende der Projekttage wird dieses Wissen angewandt: Die Jugendlichen entwickeln ein eigenes Willkommensprojekt in ihrer Stadt, wie etwa ein internationales Fußballturnier oder ein Sprachcafé. An einigen Schulen, die wir bisher besuchen durften, wurden sogar einige dieser Ideen in die Tat umgesetzt.

Hinweis: Möchten Sie das Projekt "Menschen treffen Menschen" an Ihrer Schule durchführen? Dann setzen Sie sich bitte mit der Bildungskoordination in Verbindung.

Förderfonds #WirsindBrandenburg unterstützt Jugendverbandsarbeit mit Geflüchteten

Sie planen Bildungsangebote und Maßnahmen zur Freizeitgestaltung junger Geflüchteter? Der Förderfonds #WirsindBrandenburg unterstützt Jugendverbandsarbeit mit Geflüchteten mit bis zu 750,00 Euro pro Antrag. Der Förderfonds lässt junge Menschen mit Fluchterfahrung an bestehenden Strukturen und Maßnahmen zur Interessenvertretung teilhaben und unterstützt deren Einbindung in Jugend- und Verbandsarbeit.

Zuwendungsempfänger sind Jugendverbände und verbandliche Jugendbildungsstätten. Darüber hinaus können Vereine gefördert werden, die Mitglied des Kreisjugendringes Oberhavel sind. Die Maßnahmen dürfen vor Bewilligung der Zuwendung noch nicht begonnen haben und müssen bis zum 31.12. des jeweiligen Kalenderjahres abgeschlossen sein.

Gefördert werden Sachkosten, Honorarkosten für Koordinierungs-, Betreuungs-, Übersetzungsleistungen sowie Teilnahmebeiträge für junge Geflüchtete (für Kurse, Seminare, Ferienfreizeiten des antragsstellenden Trägers).  Ein Eigenanteil ist nicht erforderlich. Das Antragsformular und die Förderrichtlinie finden Sie unter folgendem Link.

Experten diskutieren Bildungsmaßnahmen für psychisch beeinträchtigte Geflüchtete

Am 8. Mai trafen sich Experten aus Oberhavel und Berlin, um die Möglichkeit der Etablierung von Sprach- und Bildungsangeboten bzw. sozialen Integrationsmaßnahmen für psychisch beeinträchtigte Geflüchtete im Landkreis Oberhavel zu diskutieren.

Netzwerktreffen

© Landkreis Oberhavel

Juri Galperin, Kommunaler Bildungskoordinator, stellte die Zahlen der Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und des Wissenschaftlichen Instituts der AOK vor, nach denen rund drei Viertel der Schutzsuchenden unterschiedliche Formen von Gewalt erfahren haben. Die Rate der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ist laut der DGPPN bei Flüchtlingen und Asylbewerbern im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung um das bis zu zehnfache erhöht. Etwa drei Viertel (74,7 Prozent) der befragten Schutzsuchenden aus Syrien, Afghanistan und dem Irak gaben in der Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK an, Gewalt in unterschiedlichen Formen persönlich erlebt zu haben. Rund 58 Prozent der Befragten haben 2 oder 3 Traumata erlebt. Der Bildungskoordinator machte zudem auf die Bedeutung des Spracheerwerbs bei psychisch beeinträchtigten Geflüchteten aufmerksam, der eine wichtige Voraussetzung für die gleichberechtigte Teilhabe an den ökonomischen, sozialen und kulturellen Ressourcen der Gesellschaft darstellt.

Dr. Said Ibaidi, Migrationspsychologe des Landkreises Oberhavel, berichtete anhand vier konkreter Beispiele davon, welche Probleme Geflüchteten mit psychischen Beeinträchtigungen beim Lernen der deutschen Sprache haben. Geflüchtete seien tatsächlich motiviert, die deutsche Sprache zu erlernen, aber sie seien unzufrieden mit dem Lernfortschritt, so Herr Dr. Ibaidi. Das läge nach deren Aussagen an ihren psychischen Erkrankungen, die Schlaf- und Konzentrationsprobleme zur Folge hätten, führte der Migrationspsychologe aus und plädierte für einen sensiblen und personenbezogenen Umgang mit psychisch beeinträchtigten Menschen.

Die Leiterin des im Jahre 2015 von der WIB-Weißenseer Integrationsbetriebe GmbH gestarteten Projekts "Integration geflüchteter Menschen", Carina Hahn, machte auf die Bedeutung der interkulturellen Kompetenz, übergreifendes Wissen und gute Vernetzung mit anderen Hilfsangeboten bei der Arbeit mit psychisch erkrankten Geflüchteten aufmerksam. Zu den Schwerpunkten des Projekts zählen Berufliches Einzelcoaching, betreutes Einzelwohnen, psychosoziale und psychologische Beratung sowie ein niedrigschwelliger Deutsch-Konversationskurs. Der psychosoziale Berater und Sprach- und Integrationskurslehrer, Tarek Sharaf, berichtete, dass er beim Konversationskurs auf positive stressfreie Erfahrungen und Humor großen Wert legt. Wichtig sei auch, dass Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer über sich selbst erzählen, deren persönlicher Zustand müsse nach Möglichkeit eingeflochten werden, so Herr Sharaf.

Die Dozentin an der Volkshochschule Spandau, Micaela Taubert, stellte beim Netzwerktreffen ihren niedrigschwelligen Deutschsprachkurs für psychisch beeinträchtigte Geflüchtete vor, der in Zusammenarbeit mit dem Träger der psychosozialen Arbeit Ginko Berlin gGmbH durchgeführt wird. Die Gruppe besteht aus acht bis zehn lernerfahrenen und ungeübten Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter denen sowohl Zweitschriftlerner als auch primäre Analphabeten ohne Stifterfahrung sind. Das Unterrichtsziel ist die Erreichung des A1-Sprachniveuas. Zu den Besonderheiten des Kurses zählen beispielsweise guter Zusammenhalt und Austausch unter den Teilnehmenden, deren Aufnahmefähigkeit aus naheliegenden Gründen schwankt. Frau Taubert setzt deshalb auf die situative Unterrichtsgestaltung und eine entspannte Atmosphäre im Unterricht.

Der Netzwerkkoordinator am Zentrum für transkulturelle Psychiatrie (ZtP) am Humboldt Klinikum Berlin, André Albuquerque de Bulhões, stellte seinen Tätigkeitsbereich vor, der auf die Einbeziehung kultureller, religiöser, ethnischer und sprachlicher Hintergründe spezialisiert ist.

Aus Sicht von Bildungskoordinator Galperin sollte bei der Vermittlung von Sprachkursen oder beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen (im Rahmen ausführlicher Beratungsgespräche) stets die körperliche und psychische Verfassung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geprüft werden. Ist dies nicht der Fall, sollte die Maßnahme gegebenenfalls zurückgestellt und zunächst alltagspraktische und stützende Sozialberatung angeboten werden, so der Bildungskoordinator.

Zum Schluss präsentierte die Bildungskoordination die Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte, die psychisch beeinträchtigte Menschen mit Fluchterfahrung unterrichten. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) plant derzeit eine additive Zusatzqualifizierung „Lernschwierigkeiten im Unterricht mit Schwerpunkt Trauma“, die noch in diesem Jahr angeboten werden soll. Die Bildungskoordination wird rechtzeitig detaillierte Informationen über diese Fortbildungsmaßnahmen veröffentlichen. Darüber hinaus bietet das Institut für Fort- und Weiterbildung der Alexianer GmbH ein Inhouse-Seminar für Lehrkräfte zum Thema "Kommunikation mit (traumatisierten) Geflüchteten ohne deutsche Sprachkenntnisse". Interessierte Lehrkräfte können sich an die Bildungskoordination wenden.

Während der Diskussion wurden auch die Möglichkeiten der Etablierung von Bildungsangeboten für betroffene Geflüchtete im Landkreis Oberhavel besprochen. Bei weiteren Treffen sollen konkrete Maßnahmen erarbeitet werden.

Sprachcafé in Gransee gestartet

In Gransee gibt es seit Kurzem ein Sprachcafé. Dort haben Neuzugewanderte Gelegenheit, die in Sprachkursen erworbenen Deutsch-Sprachkenntnisse anzuwenden und Kontakte mit Einheimischen zu knüpfen. Die entspannte Atmosphäre des Cafés Hillebrand und fachgerechte Begleitung durch eine Moderatorin unterstützen den Prozess des Spracherwerbs. Eingeladen sind alle an der kulturellen Begegnung interessierten Erwachsenen. Das Sprachcafé findet immer montags von 11.00 bis 13.00 Uhr in der Rudolf-Breitscheit-Straße 39, 16775 Gransee statt. Die Bildungskoordination wünscht allen Beteiligten gutes Gelingen und viele fruchtbare Begegnungen!

Übersicht und Leitsystem von Fördertöpfen für Bildungs- und Integrationsmaßnahmen

Das aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderte Projekt "Kommunale Bildungskoordination für Neuzugewanderte" informiert über sprachliche und kulturelle Bildungsangebote für Neuzuwanderte im Landkreis Oberhavel, vernetzt haupt- und ehrenamtliche Bildungsakteure und richtet Koordinierungsstrukturen zur nachhaltigen Steuerung dieser Angebote ein.

Viele der Projekte für geflüchtete und neu zugewanderte Menschen werden dank finanzieller Förderung seitens der Europäischen Union, des Bundes, des Landes Brandenburg und einiger Stiftungen durchgeführt. Die Bildungskoordination hat eine detaillierte Übersicht von Fördertöpfen erstellt, aus denen verschiedenste Integrationsmaßnahmen finanziert werden.

Unser Leitsystem, das Sie im ersten Teil der Übersicht finden, hilft Ihnen, sich bei der großen Anzahl von Projektförderungen zurechtzufinden. Viele Förderungen richten sich an jeweils eine bestimmte Gruppe von Zuwendungsempfängern. Bei manchen "Fördertöpfen" muss der Unterschied zwischen Zuwendungsempfängern und der Empfängergruppe beachtet werden. Die Übersicht wird regelmäßig aktualisiert. Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen wenden Sie sich gerne an die Bildungskoordination